Bittersweet Submission

Bittersweet Submission

Sammelband

Mia Kingsley

DArk Romance

Inhalt

BITTERSWEET SUBMISSION

Einführung

Bittersweet Discipline

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Bittersweet Dominance

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Bittersweet Obedience

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Epilog

Über Mia Kingsley

BITTERSWEET SUBMISSION

BITTERSWEET DISCIPLINE

Ethan

Es ist mir scheißegal, dass Alexa – oder wie auch immer sie heißt – behauptet, seit neun Monaten für mich zu arbeiten. An die Kurven und den Arsch könnte ich mich ganz sicher erinnern. Ich weiß nicht, wie oft sie mit der Nummer schon durchgekommen ist, aber bei mir wird sie es nicht schaffen. Ich habe andere Pläne für Alexa Caine.


Alexa

Seit sieben Jahren raube ich mit meinen Komplizinnen reiche Firmen aus. Bisher ist immer alles glatt gegangen. Rein, Geld erbeuten, wieder raus. Niemand wird verletzt.

Bis jetzt. Ethan Cohen hat unseren Trickbetrug durchschaut – und schlimmer noch: Er droht damit, mich der Polizei zu übergeben, wenn ich mich weigere, die Schulden in seinem Schlafzimmer abzuarbeiten.

Als seine Sexsklavin.

Das kann er nicht ernst meinen. Oder?


BITTERSWEET DOMINANCE

Shane

Ihr Bruder hat uns beauftragt, sie zu beschützen – nur ist Ryanne der Meinung, unseren Schutz nicht zu benötigen. Ich weiß nicht, ob ich sie lieber erwürgen oder küssen möchte, damit sie ihr vorlautes Mundwerk hält …


Brann

Ryanne stellt meine Geduld auf eine harte Probe. Eigentlich halte ich mich immer an das Motto »Erst die Arbeit, dann das Vergnügen«, aber Ryanne bettelt förmlich um eine Lektion. Außerdem merke ich, wie Shane sie ansieht. Ich wäre eifersüchtig, wenn ich nicht wüsste, dass wir stets brüderlich teilen …


Ryanne

Zwei Männer – doppelter Ärger oder doppelter Spaß?


BITTERSWEET OBEDIENCE

Cameron

Eigentlich wollte ich nie nach Nebraska zurückkehren, doch ich muss das Haus meines verstorbenen Vaters verkaufen. Hoffentlich laufe ich Jordan nicht über den Weg. Immerhin ist er der einzige Mann, der mir je das Herz gebrochen hat – und der erste, den ich ausgeraubt habe …


Jordan

Ich weiß genau, dass Cameron nach dem Tod ihres Vaters zurückkommen wird. So herzlos, nicht aufzutauchen, ist nicht einmal dieses Miststück – und ich werde auf sie warten. Rache ist süß, sagt man. Nach all der Zeit sollte sie noch süßer schmecken als Cameron selbst.

Einführung

Okay,

langsam sollte der Drill bekannt sein: Harter Sex, dominante Männer und ein gewisser Nervenkitzel sind fester Bestandteil meiner Geschichten.

Wenn der Verzicht auf Verhütungsmittel und derbe Sprache nicht Deiner Vorstellung einer Liebesgeschichte, – sei sie noch so dunkel –, entsprechen, bitte ich Dich höflich, das Buch zur Seite zu legen, denn es wird Dir nicht gefallen.

Meinen anderen Leserinnen und Lesern wünsche ich viel Spaß.

Wir verstehen uns schon. ;)

Deine Mia <3

Bittersweet Discipline

Prolog

Ethan

Diese miese Schlampe!

Ich hatte beide Hände auf den Schreibtisch gestützt und starrte auf den Computerbildschirm. Die Mail bestätigte meine schlimmsten Vermutungen.

Mir war nicht einmal ganz klar, ob mir vor Wut heiß oder kalt war, aber ich spürte eine Menge – eine verdammte Menge Emotionen.

Wie konnte sie glauben, damit durchzukommen?

Weil ich Gefahr lief, den Laptop zu zertrümmern, wandte ich mich abrupt ab, verschränkte die Hände hinter dem Rücken und starrte aus dem Fenster. Der Anblick der winzig kleinen Menschen unten auf der Straße beruhigte mich für gewöhnlich.

Wie Ameisen wuselten sie ihres Weges und eilten emsig zu einem nur ihnen bekannten Punkt. Normalerweise konnte ich spüren, wie mein Herzschlag sich verlangsamte und meine Atmung ruhiger wurde, wenn ich dieses Schauspiel betrachtete.

Doch heute nicht. Heute war ich zu aufgebracht.

Konnte ich mich getäuscht haben? War vielleicht ein Fehler in der Rechnung? Ich blätterte durch den Ausdruck, den ich mir gemacht hatte. Nein, es stand außer Frage, was passiert war. Meine Assistentin hatte mich hinters Licht geführt und mir in den letzten neun Monaten etwas mehr als eine Million Dollar gestohlen.

Entweder sie war verdammt clever und abgebrüht – oder eine absolute Idiotin. So oder so stand ich kurz davor, es herauszufinden. Ich konnte es kaum erwarten, sie in meinem Büro zu haben.

Meine Zähne knirschten, als ich sie aufeinanderpresste. Ich würde mich nicht zum Narren halten lassen. Niemand hatte das Recht, mich zu bestehlen.

Ich dachte, es wäre ein cleverer Schachzug gewesen, Alexa einzustellen, damit sie mir den Rücken freihielt. Was an sich auch sehr gut funktioniert hatte, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie Geld abzweigen würde. Verdammt viel Geld!

Nachdem ich mich dazu gezwungen hatte, fünf Minuten lang nichts anderes zu tun, als tief ein- und auszuatmen, griff ich nach dem Telefonhörer.

»Alexa?«

»Ja, Mister Cohen?«

Irgendetwas an ihrer Stimme war … anders. Verführerischer als sonst. Sie klang in der Regel kühl und distanziert, nie so atemlos wie gerade. Mein Schwanz hatte vorher noch nie darauf reagiert, wie sie das Wort »Mister« hauchte.

Ich rieb mir über die Nasenwurzel und lenkte meine Gedanken in andere Bahnen. Statt mich in sexuellen Fantasien zu ergehen, sollte ich mich auf das Problem konzentrieren.

Und Alexa Caine war ein verdammtes Problem, um das ich mich schleunigst kümmern musste.

»Sagen Sie alle Termine für heute ab und geben Sie am Empfang Bescheid, dass wir nicht gestört werden wollen. Unter keinen Umständen. Danach erwarte ich Sie in meinem Büro.«

Eigentlich hatte ich direkt die Polizei rufen wollen. Für Lügner, Betrüger und Diebe hatte ich absolut keine Toleranz. Es war verrückt und ich zweifelte ernsthaft an meinem Verstand, aber irgendetwas in Alexas Tonfall hatte mich besänftigt.

Wenn ich ehrlich war, war es nicht nur Besänftigung, die ich spürte, sondern auch Erregung. Diesen unterwürfigen Ton kannte ich gar nicht von ihr.

Ich setzte mich in den großen ledernen Schreibtischstuhl und wartete. Dabei ermahnte ich mich immer wieder, ihr nicht sofort den Kopf abzureißen, sondern mir anzuhören, was sie zu sagen hatte.

Vielleicht deutete ich die Situation falsch. Möglicherweise gab es eine Erklärung dafür, wie die Million von den Geschäftskonten verschwunden war.

Als das knappe Klopfen an der Tür ertönte, rief ich mürrisch: »Herein.«

Die großen Flügeltüren schwangen nach innen und die Verführung in Person betrat mein Büro. Die schwarze Bluse spannte über ihren Brüsten, der schwarze Rock schmiegte sich an die verlockend gerundeten Hüften und die rötlichen Haare fielen in weichen Wellen auf ihre Schultern.

Sie trug rote High Heels, die mehr nach »Fick mich« als nach »seriöser Geschäftsfrau« aussahen, und einen passenden Lippenstift.

Sie war bildschön, alles, was ich bei einer Frau wollte und noch mehr – aber sie war nicht meine gottverdammte Assistentin. Ich hatte sie nie zuvor in meinem Leben gesehen.

»Guten Morgen, Mister Cohen. Hier ist Ihr Kaffee, ein Schluck Milch, kein Zucker, wie immer.«

Kapitel 1

Alexa

Obwohl Cameron mir alles immer wieder erklärt hatte, verspürte ich das vertraute Kribbeln der Aufregung tief in meiner Magengegend. Es gab nichts Besseres.

Der Wachmann am Eingang hieß Hugo und ich musste nur »Hi Hugo« sagen, wie ich es jeden Morgen in den letzten neun Monaten getan hatte.

Hinter dem protzigen Marmortresen in der Eingangshalle saß Betsy, bei ihr würde ich die Post einsammeln.

»Guten Morgen, Betsy. Wie geht es Charlie heute?«

Charlie war Betsys Basset Hound, der seit einigen Wochen Magenprobleme hatte und Kortison nehmen musste.

»Besser. Danke der Nachfrage, Alexa. Hier sind die Post und ein Muffin für dich.« Sie zwinkerte mir zu und ich lächelte.

»Danke. Wegen dir muss ich heute schon wieder zum Sport.«

Wir lachten beide und ich wandte mich nach rechts, um zu den Aufzügen zu gelangen. Bisher hatte Cameron ganze Arbeit geleistet und alles lief vollkommen glatt. Niemand schien zu bemerken, dass die Alexa, die heute bei Cohen Industries LLC aufgetaucht war, nicht die Alexa war, die gestern zur Arbeit gekommen war.

Aber in den vergangenen sieben Jahren war es noch nie jemandem aufgefallen – und wenn doch, dann war es längst zu spät gewesen.

Ich holte die kleine Chipkarte aus der Tasche meines schwarzen Trenchcoats und schob sie in den Schlitz, um den privaten Aufzug zu rufen, der direkt in die oberste Etage vor die Tür des Bosses persönlich führte. Ethan Cohen, mein direkter Vorgesetzter, mit dem ich mir die gesamte Etage teilte.

Cohen Industries LLC verdiente an jedem dritten Software-Deal in Nordamerika und jedem fünften in Europa mit. Seit sechzehn Jahren führte Ethan das Unternehmen im strengen Alleingang und hatte ein Vermögen angehäuft, das selbst manche Scheichs neidisch werden ließ.

Allerdings hatte Cameron bei unserem letzten Treffen erklärt, dass Ethan zwar rattenscharf aussah, aber nur all work, no play war.

Sie hatte mehr als einmal versucht, ihn anzuflirten, und war gnadenlos abgeprallt. Ethan sei so zugeknöpft, hatte sie gesagt, dass sie sich nicht einmal sicher war, ob er ihre Flirtversuche überhaupt als solche wahrgenommen habe.

Ich betrat den Aufzug und tippte den achtstelligen Zahlencode ein, den ich mir eingeprägt hatte. 7-6-7-5-7-8-7-9.

Die Kabine glitt in die Höhe und das Magenflattern verstärkte sich. Gott, wie sehr ich diesen Moment liebte. Die Aufregung, die Nervosität, der Kick, möglicherweise erwischt zu werden.

In der Highschool hatten Cameron und ich zum ersten Mal die Rollen getauscht, als sie drohte, in Mathematik durchzufallen. Wir hatten uns schon immer unglaublich ähnlich gesehen und die Idee war einfach zu naheliegend gewesen. Dafür hatte sie mich in Spanisch gerettet. Nachdem wir damit durchgekommen waren, hatten wir nicht mehr aufhören können.

Als wir schließlich Ryanne getroffen hatten, die extrem begabt mit Computern, Hacking und dem ganzen Nerdkram war, aber sich eher umgebracht hätte, als einen Schritt vor die Haustür zu setzen, wussten wir, dass wir ein unschlagbares Team abgeben würden.

Wir taten ja niemandem weh. Männer wie Ethan Cohen merkten es doch gar nicht, wenn sie eine oder zwei Millionen Dollar weniger auf dem Konto hatten. Um unser Gewissen zu beruhigen, spendeten wir stets ein Viertel unserer Beute an gemeinnützige Organisationen, bevor wir weiterzogen und die nächste Firma auskundschafteten.

Ich verließ den Aufzug, stellte meine Tasche rechts neben den Schreibtisch, knöpfte meinen Mantel auf und hängte ihn ordentlich an die Garderobe, bevor ich das Papier vom Muffin zog, um ihn essen zu können.

Daran, dass die großen Flügeltüren hinter mir geschlossen waren, konnte ich ablesen, dass Ethan bereits da sein musste. Cameron hatte gesagt, dass die Türen nur offen standen, wenn er nicht in seinem Büro war.

Ich blickte schnell in alle Schubladen, doch alles sah genau aus, wie Cam es beschrieben hatte.

Zugegebenermaßen war ich auf Ethan Cohen gespannt, denn ich hatte ihn zwar auf Fotos gesehen, aber das war noch immer etwas anderes, als jemanden persönlich zu treffen.

Obwohl ich bereits eine Kopie des Kalenders hatte, blätterte ich ihn noch einmal durch, um sicherzugehen, dass ich alle Termine kannte. Der erste Tag war der wichtigste, denn wenn ich mich heute nicht durch irgendeine Dummheit oder mangelndes Wissen verriet, dann würden wir problemlos mit unserem Vorhaben durchkommen.

Genauso, wie wir bisher immer durchgekommen waren. Wir hatten alles im Griff.

Als das Telefon schrillte, zuckte ich trotzdem zusammen. Dabei war ich auf diesen brutalen Klingelton vorbereitet worden.

Ich hob ab und lauschte.

»Alexa?«

Wow, seine Stimme war sehr viel tiefer, als ich es mir vorgestellt hatte. Alexa war mein richtiger Name und deshalb lief mir ein Schauer über den Rücken, als er ihn aussprach. Bescheuert, aber wahr.

»Ja, Mister Cohen?«

Es gab keinen Grund zur Beunruhigung, das sagte ich mir immer wieder. Trotzdem verstärkte sich das Flattern in meinem Magen.

»Sagen Sie alle Termine für heute ab und geben Sie am Empfang Bescheid, dass wir nicht gestört werden wollen. Unter keinen Umständen. Danach erwarte ich Sie in meinem Büro.«

Okay. Ich kannte ihn noch nicht lang genug, aber er klang angespannt, vielleicht sogar wütend. Cameron hatte gesagt, dass gestern, als sie gegangen war, alles vollkommen normal gewesen war, also würde es nichts mit mir oder unserem Plan zu tun haben.

Ich würde tun, was er sagte, und notfalls improvisieren. Das war immerhin meine Spezialität.

Die Anrufe waren schnell erledigt und ich stand auf, um ihm einen Kaffee zu holen. Männer waren leichter zu besänftigen, wenn sie das Gefühl hatten, dass man sich um sie kümmerte.

Gänsehaut breitete sich auf meinem Kopf aus, als mir überdeutlich bewusst wurde, wie allein wir in diesem Stockwerk waren. Der dichte Teppich unter meinen Schuhen schluckte jedes Geräusch, hier konnte ich mir wahrscheinlich die Seele aus dem Leib schreien, ohne gehört zu werden.

Irritiert schob ich die morbiden Gedanken beiseite und nahm die volle Kaffeetasse.

Genau wie von Cameron vorgegeben, klopfte ich kurz an der Tür und wartete auf sein »Herein«.

Als ich nach unten sah, entschied ich spontan, dass etwas mehr Ausschnitt nicht schaden konnte, und öffnete den obersten Knopf meiner Bluse. Je mehr Ablenkung da war, desto besser.

Er klang schlecht gelaunt, als er mir den knappen Befehl durch die geschlossene Tür entgegenbellte, und ich trat ein.

»Guten Morgen, Mister Cohen. Hier ist Ihr Kaffee, ein Schluck Milch, kein Zucker, wie immer.« Ich zeigte ihm mein strahlendstes Lächeln.

Doch je länger der Moment dauerte, desto schwerer fiel es mir, es beizubehalten. Ethan Cohen starrte mich an, als wäre ich soeben mit einem Raumschiff gelandet.

Seine Augen wanderten von oben nach unten und wieder zurück, beide Male verharrte er länger auf meinen Brüsten, als der Anstand es eigentlich hätte zulassen dürfen.

In der Sekunde wusste ich, dass ich in ernsthaften Schwierigkeiten war.

Er hob den Blick und sah mich aus durchdringenden grünen Augen an und obwohl ich eigentlich zu weit weg stand, konnte ich die goldenen Sprenkel seiner Iris erkennen. Die Lippen hatte er fest zusammengepresst und zwischen seinen dunklen Brauen zeigte sich eine steile Falte.

Der Anzug saß wie angegossen und ich fragte mich, wie Cameron hatte vergessen können zu erwähnen, dass Ethan Cohen der attraktivste Mann auf diesem Planeten war.

Doch das Beeindruckendste war seine Ausstrahlung. Obwohl er nicht ein Wort gesagt hatte, seit ich den Raum betreten hatte, stand es außer Frage, dass er der Boss war, dass er die Kontrolle hatte und dass ich seinen Anweisungen folgen musste.

Seine dominante Aura sorgte bei mir für weiche Knie und ich spürte das leichte Zittern in der Hand, mit der ich den Kaffee hielt.

So sehr ich mich auch zu Ruhe und Gelassenheit rief, ich konnte mich nicht zusammenreißen. Das war nicht der erste Trickbetrug, an dem ich teilnahm, aber die schmerzhafte Erkenntnis, dass es sehr wohl mein letzter sein konnte, ergriff von mir Besitz.

»Ich habe eine Frage und ich werde sie nur einmal stellen, die Antwort sollte mir besser gefallen«, grollte er und löste damit ein Ziehen in meinem Unterleib aus.

Die Tasse zwischen meinen Fingern schien immer heißer zu werden und ich musste sie wegstellen, sonst würde ich sie über kurz oder lang fallen lassen.

Alles in mir sträubte sich, mich ihm zu nähern, aber sein Schreibtisch bot die einzige Möglichkeit, den Kaffee loszuwerden.

»Wer zur Hölle sind Sie?« Er ließ mich nicht aus den Augen.

Ich stellte die Tasse ab, strich meine Haare auf die Weise nach hinten, wie Cameron es auch immer tat, und schüttelte kurz den Kopf mit einem schiefen Lächeln, als hätte er etwas absolut Absurdes gesagt.

»Soweit ich weiß, bin ich Alexa Caine, Ihre Assistentin, Mister Cohen. Wie schon seit neun Monaten.« Ich blickte nach unten auf den Kalender, der aufgeschlagen auf seinem Tisch lag, und tippte mit der Fingerspitze auf das Papier. »Neun Monate und fünfzehn Tage, um genau zu sein.«

Er packte mein Handgelenk so unvermittelt, dass ich erschrocken nach Luft schnappte. Sein Griff war eisern und schmerzhaft fest.

»Bullshit«, knurrte Ethan und zog mich näher zu sich. Aus der Nähe waren seine Augen noch intensiver und ich hätte den Moment sicher genossen, wenn mein Herz nicht ganz hinten in der Kehle geschlagen hätte.

»Mister Cohen, Sie tun mir weh.«

Spöttisch zog er eine Augenbraue hoch und schaute nach unten. Ich folgte seinem Blick bis zu meinen harten Nippeln, die verräterisch durch den Stoff meiner Bluse stachen.

»Wer bist du?«

Sein Tonfall hatte sich verändert und meine Alarmglocken schrillten mit ohrenbetäubender Lautstärke los.

»Mein Name ist Alexa Caine. Mister Cohen, ist alles in Ordnung mit Ihnen?«

Er seufzte und ließ sehr abrupt meinen Arm los, bevor er mit den Fingern schnipste und auf den breiten Ledersessel deutete, der vor seinem Schreibtisch stand.

»Setzen.«

Alles in mir rebellierte, seinem herrischen Tonfall zu gehorchen, aber ich konnte nicht anders und sank auf das butterweiche Leder. Ich zog meinen Rock nach unten, bevor ich Ethan zu viel meiner Schenkel zeigte, und räusperte mich leise.

»Mister Cohen, ich –«

»Sei still. Du weißt genau, warum du hier bist. Vor neun Monaten hast du angefangen, hier zu arbeiten, und nur eine Woche später ist das erste Mal Geld von den Konten verschwunden. Das ist kein Zufall, genau wie es kein Zufall sein kann, dass bis gestern noch eine andere Alexa Caine in mein Büro spaziert ist. Ich weiß noch nicht, wie ihr es angestellt habt, aber ich werde es herausfinden.« Er stützte beide Hände auf die Schreibtischplatte und beugte sich näher zu mir. »Und ich werde mein Geld zurückbekommen.«

Bleib ruhig, sagte ich mir selbst immer wieder. Er kann dir nichts beweisen. Der Plan ist wasserfest, nur nicht in Panik geraten.

»Gib mir deinen Angestelltenausweis.«

Meine Finger wollten zuerst nicht das tun, was ich von ihnen verlangte, und ich brauchte zwei Anläufe, um die Metallklammer zu lösen, die den kleinen Ausweis in Scheckkartenform an meinem Rock hielt.

Eilig schob ich ihn über den Tisch. »Mister Cohen, ich mache mir wirklich Sorgen.«

Er schnaubte nur und gab die Nummer-Buchstaben-Kombination von meinem Ausweis in ein Dialogfeld ein.

Ich versuchte, so ruhig wie möglich zu bleiben, Schauspielen war mein großes Talent, deswegen übernahm ich immer den zweiten Teil der Aufgabe. Außerdem war ich wirklich Alexa Caine, was jeder Überprüfung standhalten würde.

Ethans Miene wurde wie versteinert, als er aufmerksam studierte, was auch immer er dort auf dem Bildschirm sah.

Er drehte den Laptop zu mir und ich konnte die verschiedenen Stoppbilder der Kameras im Eingangsbereich sehen, immer mit Datumsanzeige versehen. Sie zeigten ganz eindeutig, wie ich wieder und wieder das Gebäude betrat. Zum ersten Mal vor neun Monaten und drei Wochen, zum letzten Mal gerade eben erst. Natürlich wusste ich, dass nur die letzte Aufnahme echt war, denn alle anderen hatte unser Computergenie Ryanne manipuliert. Wie, wusste ich nicht und es interessierte mich auch nicht, sie machte ihren Job für ein Drittel des Geldes und ich meinen.

»Mister Cohen, soll ich jemanden anrufen? Geht es Ihnen nicht gut?« Ich blickte ihn voller Empathie an, weil ich mir in etwa vorstellen konnte, wie er sich fühlte.

In dieser Situation war ich nicht zum ersten Mal. Wir waren schon zweimal kurz vor Ende der Aktion fast aufgeflogen. Ich konnte einfach besser dichthalten und wenn wir konfrontiert wurden, war ich die bessere Wahl – so wie jetzt. Deswegen leistete Cameron die Vorarbeit und ich beendete unsere Mission.

Ethan ließ sich in seinen Stuhl sinken und strich sich übers Kinn, während er nachdachte.

Bisher war es immer so abgelaufen, dass die Männer, die wir bestohlen hatten, angesichts dieser Aufnahmen an ihrem eigenen Verstand zweifelten, und weil kein Boss eines Multi-Millionen-Dollar-Unternehmens wollte, dass solche Gerüchte nach außen drangen, ließen sie mich gehen. Mit einer ordentlichen Kündigung verstand sich.

Er sah mich an und mir wurde klar, dass es dieses Mal nicht so einfach werden würde.

»Wie habt ihr das angestellt?«

»Ich verstehe nicht, was Sie meinen, Mister Cohen. Soll ich Ihnen ein Glas Wasser holen?«

Ich war bereits aufgestanden und schon fast an der Tür, als seine Stimme mich zurückhielt. »Du wirst dieses Büro nur verlassen, wenn ich mein Geld zurückhabe oder die Polizei dich mitnimmt. Eine andere als diese zwei Optionen gibt es nicht.«

Kapitel 2

Ethan

Alexas Hintern schwang verlockend hin und her, als sie auf die Tür zustöckelte. Für die Vorwürfe, die ich ihr machte, wirkte sie mir ein bisschen zu ruhig.

Zwar hatte ich ihr schweres Schlucken gesehen und dass ihre Finger ein wenig gezittert hatten, aber sie war sich ihrer Sache sicher.

Zu sicher.

Mir verriet ihr Verhalten, dass es nicht ihr erstes Mal in dieser Rolle war.

»Du wirst dieses Büro nur verlassen, wenn ich mein Geld zurückhabe oder die Polizei dich mitnimmt. Eine andere als diese zwei Optionen gibt es nicht«, sagte ich und wusste nicht einmal, ob ich meine Drohung wahr machen konnte. Allerdings war mir klar, dass ich Alexa Caine nie wiedersehen würde, wenn ich ihr erlaubte, das Büro zu verlassen.

Oder die Frau, die vorgab, Alexa Caine zu sein.

Sie drehte sich langsam um und zum ersten Mal bemerkte ich das nervöse Flackern in ihren Augen. Ihr Mund öffnete sich, um es abzustreiten oder zu protestieren, aber sie schien nicht die richtigen Worte zu finden.

Ich beobachtete sie angespannt, denn inzwischen hatte sie erreicht, was sie wahrscheinlich bezweckt hatte: Ich zweifelte an meinem eigenen Verstand.

Obwohl ich mir sicher war, dass ich diese Alexa nie zuvor gesehen hatte, sprachen die Bänder der Überwachungskameras eine andere Sprache. Sie mussten manipuliert worden sein. Anders konnte ich es mir nicht erklären.

»Wie oft habt ihr diesen Trick schon angewendet?«

»Ich weiß nicht, wovon Sie reden, Mister Cohen.«

Wut flackerte heiß in meinem Magen auf. In diesem Moment stand ich mit dem Rücken zur Wand und das wusste sie ganz genau. Wie würde es klingen, wenn ich einen meiner Techniker beauftragte, herauszufinden, ob meine persönliche Assistentin an diesem Morgen ihre Identität gewechselt hatte?

Als wäre ich absolut paranoid und bald nicht mehr in der Lage, meine eigene Firma mit fester Hand zu führen. Genau das bezweckten sie mit ihrem kleinen Spielchen.

Nicht mit mir, meine Liebe. Nicht mit mir.

»Ihr habt mir mehr als eine Million Dollar gestohlen und ich weiß nicht, ob euch das bekannt ist, aber wenn es um mein Geld geht, werde ich sehr kleinlich. Komm wieder her und setz dich.«

Sie verharrte an Ort und Stelle. Ihre rosafarbene Zungenspitze erschien, als sie kurz über ihre volle Unterlippe leckte. Dann straffte sie die Schultern. »Ich werde jetzt gehen, Mister Cohen. Sie klingen, als würden Sie unter Verfolgungswahn leiden. Es gibt sicher eine Erklärung für das verschwundene Geld und die lautet bestimmt nicht, dass ich eine Doppelgängerin habe.«

Als sie die Hand auf den Türknauf legte, brannten bei mir die Sicherungen durch. Niemand versuchte, mich aufs Kreuz zu legen. Nicht einmal dann, wenn sie wie die Sünde in Menschengestalt aussah.

Was sollte ich ihr sagen? Dass ich die letzten neun Monate damit beschäftigt gewesen wäre, sie zu verführen und in meinem Büro zu vögeln, wenn sie tatsächlich für mich gearbeitet hätte? Wer auch immer bis gestern Alexa Caine gespielt hatte, war längst nicht so verführerisch wie die Lady, die gerade mein Büro verlassen wollte. Der äußerlichen Ähnlichkeit zum Trotz. Sicherlich hatten sie schon viele Leute getäuscht, aber ich hatte die volleren Brüste, die gerundeteren Hüften und die subtil unterwürfige Ausstrahlung gleich wahrgenommen.

Sie war schnell, aber ich war schneller.

Noch bevor sie durch den Türspalt schlüpfen konnte, war ich hinter ihr, hatte den Arm um ihre Taille geschlungen und drückte die Tür mit der Hand zu.

Ihr runder Arsch fühlte sich wunderbar an und ich zog sie enger als nötig an mich heran. Ich schnupperte an ihrem Haar und Hals, als ich den Kopf senkte und neben ihrem Ohr flüsterte: »Folgendes wird passieren: Du wirst deiner Komplizin Bescheid geben und bis siebzehn Uhr ist das Geld wieder auf meinem Konto – oder ich rufe die Polizei. Noch kann ich nicht beweisen, was ihr getan habt, aber ich werde schon eine Spur finden. Vielleicht fange ich einfach damit an, sämtliche Leute in vergleichbaren Positionen wie meiner anzurufen und mich zu erkundigen, ob ihnen das schon mal passiert ist. Irgendwas sagt mir nämlich, dass ihr das hier nicht zum ersten Mal gemacht habt.«

Ihr Puls beschleunigte sich, als ich meine Vermutung laut aussprach, und zeigte mir, dass ich richtig lag.

Ich wusste nicht, was zum Teufel über mich kam, aber als sie so verführerisch und schwach in meinem Arm lag, überkam mich das unglaubliche Verlangen, sie zu küssen.

Weil sie mit dem Rücken zu mir stand, begnügte ich mich damit, meine Lippen auf ihren entblößten Hals zu pressen, doch ich hörte das kehlige Keuchen ganz eindeutig. Alexa reagierte auf mich und das nicht zu knapp.

»Du kannst mich nicht hier festhalten.«

Es machte mich an, dass sie prompt zum vertrauten »Du« wechselte.

»Ich kann und ich werde. Es sei denn, du sagst mir, was ich wissen will.«

Mir war klar, dass ich in diesem Moment auf Messers Schneide tanzte. Streng genommen durfte ich Alexa nicht gegen ihren Willen festhalten, ich hätte sie auch nicht küssen dürfen und noch weniger sollte ich sie dermaßen eng an meinen Körper pressen.

Aber ich konnte sie nicht loslassen, irgendetwas Primitives ganz tief in mir weigerte sich schlicht, sie freizugeben.

Wenigstens schaffte ich es, sie zurück zu dem Sessel zu drängen und ihre Schulter zu umfassen, um sie nach unten zu drücken, bis sie wieder saß.

Ich reichte ihr das Telefon vom Schreibtisch und sagte: »Ruf sie an.«

Sie verschränkte die Arme. »Ich weiß wirklich nicht, wovon du sprichst.«

»Lüg mich nicht an. Es ist vorbei, Alexa, oder wie du auch immer heißt. Du bist aufgeflogen und musst mit den Konsequenzen leben. Geld oder Polizei – so einfach ist das.«

Ihre Finger verkrampften sich für den Bruchteil einer Sekunde um das Telefon, bevor sie es mir zurückgab. »Tu dir keinen Zwang an, ruf die Polizei.«

Ich setzte mich in meinen eigenen Stuhl und dachte kurz nach. Auf meinem Computerbildschirm war noch der Lebenslauf zu sehen, mit dem Alexa sich beworben hatte.

Als letzten Arbeitgeber hatte sie eine Firma in Stanford angegeben. Zufällig kannte ich den Geschäftsführer persönlich und suchte seine Nummer in meinem Adressbuch. Natürlich bekam Alexa mit, dass ich nicht die Polizei anrief, doch sie gab sich noch immer äußerlich ruhig.

Als am anderen Ende abgehoben wurde, fixierte ich Alexa mit den Augen und lächelte böse. »Hallo, Ethan Cohen hier, ist Bennett Hall zu sprechen?«

Bevor die Frau am anderen Ende der Leitung etwas sagen konnte, war Alexa aufgesprungen und nahm mir den Hörer aus der Hand, um aufzulegen.

»Was willst du?«, fragte sie resigniert und verriet mir damit, dass ich auf der richtigen Spur war.

»Mein Geld.«

»So schnell komme ich nicht an das Geld.«

Ich verschränkte meine Arme. »Mit wem arbeitest du?«

»Mit niemandem. Ich arbeite grundsätzlich allein.«

»Du machst es nicht besser, Alexa, wenn du mich weiterhin anlügst«, sagte ich und deutete auf den Sessel, damit sie sich wieder setzte. Sie gehorchte und allein die Tatsache, wie willig sie meinen Anweisungen folgte, erregte mich.

Dabei sollte ich mich eigentlich konzentrieren. »Ich will mein Geld und ich will es noch heute.«

»Es tut mir leid, Ethan, aber so schnell geht das nicht. Ich brauche ein paar Tage.«

»Unter gar keinen Umständen.« Ich beugte mich vor und griff wieder nach dem Hörer.

»Bitte, Ethan!«

Mitten in der Bewegung verharrte ich und versuchte, das Pulsieren meines Schwanzes zu ignorieren, der soeben zum Leben erwacht war. Ich sollte mich von ihr nicht einwickeln lassen, aber auf eine gewisse Art und Weise konnte ich ihr nicht widerstehen.

Meine Hand schwebte über dem Hörer und ich hörte, wie Alexa zittrig Luft holte. »Ich brauche Zeit, nur ein bisschen. Lass mich gehen und ich –«

»Auf gar keinen Fall«, fiel ich ihr brüsk ins Wort. »Für wie dumm hältst du mich?«

Sie überschlug die Beine und ihr Rock rutschte ein Stück weiter hoch.

Verdammt! Ich war im Begriff, mit dem Feuer zu spielen, aber ich konnte nicht anders.

»Es tut mir leid«, murmelte Alexa und ihre Augen schimmerten verdächtig. Allerdings nahm ich ihr die Nummer nicht ab, sie wirkte mir zu sehr einstudiert. Überhaupt kaufte ich ihr nicht eine einzige der Regungen ab, die sie mir bis jetzt gezeigt hatte. Dabei hatte ich eine Ahnung, dass sie zu sehr rohen, ungefilterten Emotionen fähig war, wenn sie ihre Maske erst einmal fallen ließ. Die Maske der Trickbetrügerin, der ich ins Netz gegangen war.

»Es war dumm und ich hätte es nicht tun sollen.« Sie hatte den Kopf gesenkt und sah mich von unten an, demütig und als könnte sie kein Wässerchen trüben.

Ich hatte längst eine Latte, aber trotzdem würde ich sie keinesfalls so leicht davonkommen lassen. Die unterwürfige Haltung verstärkte das Pulsieren in meinem Schwanz und ich brauchte meine ganze Konzentration, um Alexa nicht noch in dieser Sekunde aus dem Sessel zu zerren, ihre Bluse zu zerreißen, sodass die Knöpfe nur so durch die Luft flogen und ihr anschließend den Hintern zu versohlen, nachdem ich sie über meinen Schreibtisch gebeugt hatte.

Ihre blasse Haut, von der sie immer mehr zeigte, je weiter der Rock nach oben rutschte, lud förmlich dazu ein, ihn mit Striemen und Hieben zu zeichnen. Aber auch Kratzer und Bissspuren würden sich gut darauf machen.

Mit einem Räuspern zwang ich mich zurück in die Realität. Das konnte ich nicht tun. Das durfte ich nicht tun …

Es sei denn, ich bekam Alexa – der Einfachheit halber würde ich jetzt bei diesem Namen bleiben – dazu, freiwillig zuzustimmen. Allein der Gedanke daran sorgte dafür, dass meine Hoden sich zusammenzogen.

»Bitte keine Polizei«, flüsterte sie leise und hob langsam den Blick, schaute mich von unten durch ihre langen Wimpern an. »Was kann ich tun, damit wir dieses Missverständnis bereinigen können?«

Um sie weiter unter Druck zu setzen, umfasste ich den Hörer und hob ihn ab. »Es geht um eine Menge Geld, Alexa. Das kann ich nicht so einfach auf sich beruhen lassen.«

Sie strich ihre Haare nach hinten und drückte dabei unauffällig den Rücken durch, damit ihre Brüste besser zur Geltung kamen. Sie wollte mich verführen, um wieder die Oberhand zu gewinnen.

Mir gefiel die Richtung, in die sie dachte, aber für meinen Geschmack war das längst noch nicht genug Wiedergutmachung.

Ich betrachtete sie und verweilte dabei besonders lang auf der hübschen Bluse, bis Alexa mir ein süßes Lächeln schenkte und mit ihren schlanken Fingern begann, den obersten Knopf zu öffnen. Schwarze Spitze kam zum Vorschein und ich spürte neue Wut in mir aufsteigen. Ob das immer ihre Masche war, wenn sie erwischt wurde? Rettete sie sich immer mit Sex? Für wie viele Männer hatte sie in Büros wie diesen schon die Beine breitgemacht?

Ich legte den Hörer wieder auf und lehnte mich zurück. »Vermutlich erzählst du mir jetzt gleich auch, dass du bereit bist, alles zu tun, was ich will.«

Ihr Lächeln wurde breiter. »Warum nicht?«

Nachdem ich die Arme verschränkt hatte, fragte ich ruhig: »Was lässt dich glauben, dass ich interessiert bin? Dass du irgendetwas zu bieten hast, was ich nicht bei jeder x-beliebigen Nutte auch bekommen kann? Und zwar für wesentlich weniger Geld, als du mich bisher gekostet hast? Oder du und deine Komplizin – sieh es, wie du willst. Was hast du, was ich mir nicht genauso gut woanders holen könnte?«

Es war offensichtlich, dass ich sie mit dem Vergleich gekränkt hatte, aber sie hatte sich unter Kontrolle und bot an: »Das weiß ich nicht. Aber wenn du mir sagst, was du willst, werden wir uns sicher einig – bis ich das Geld aufgetrieben habe.«

»Wenn du es schon so anbietest, hätte ich tatsächlich eine Idee.«

Kapitel 3

Alexa

Die Art und Weise, wie er es sagte, machte mir Sorgen. Nicht so viele Sorgen, wie sein Blick mir machte, aber genug, um zu wissen, dass ich besser gehen sollte.

Allerdings würde er mich daran hindern, das Büro zu verlassen – so viel war mir klar. Bisher hatte ich mich noch nie in der Position gesehen, Sex für meine Freiheit bieten zu müssen, aber seit er gedroht hatte, Bennett Hall anzurufen, zog sich die Schlinge um meinen Hals immer weiter zu.

Ich hatte gleich gesagt, dass es eine dumme Idee war, Hall Industries als letzten Arbeitgeber auf dem Lebenslauf zu nennen, aber da wir unbeschadet aus dem Coup herausgekommen waren, war ich von Ryanne und Cameron überstimmt worden.

Es wäre mir im Traum nicht eingefallen, die beiden zu verraten. Unser Deal war simpel: Sollten wir je geschnappt werden, würden wir darauf beharren, allein gearbeitet zu haben und einfach schweigen. Ich vertraute ihnen und sie vertrauten mir, deswegen würde ich meinen Mund halten. Irgendwie wurde ich schon mit Ethan Cohen fertig.

Obwohl mein Herz wie verrückt hämmerte, schaffte ich es, meine Beine ein wenig zu spreizen und fragte: »Und was für eine Idee wäre das?«

Ich legte den Kopf schief und ließ meine Wimpern flattern. Bisher hatte es mir nie Probleme bereitet, Männer dorthin zu manövrieren, wo ich sie haben wollte, und auch dieses Mal war ich zuversichtlich.

Außerdem war ein kleiner Teil von mir der Idee, mit ihm zu schlafen, ganz und gar nicht abgeneigt. Schon jetzt bemerkte ich die Hitze zwischen meinen Schenkeln, das Prickeln in meiner Magengegend und versuchte allein durch meine hypnotischen Kräfte, meine Nippel davon abzuhalten, hart zu werden.

Seine Stimme war tief und ruhig, als er endlich weitersprach: »Ich denke, dreißig Tage wären ein fairer Deal.«

»Okay, dreißig Tage, um das Geld zurückzuzahlen, das bekomme ich hin«, sagte ich erleichtert und wollte lieber nicht darüber nachdenken, warum ich einen Stich der Enttäuschung spürte.

Ethan lehnte sich wieder in seinem Stuhl zurück und lächelte boshaft und durchtrieben, fast schon grausam. Ein Kribbeln lief über meine Kopfhaut und ohne es zu wollen, krallte ich mich an den Sessellehnen fest.

»Nicht um das Geld zurückzuzahlen, Alexa. Du wirst für dreißig Tage meine Sexsklavin. Während du mein Spielzeug bist, solltest du eigentlich mehr als genug Zeit haben, darüber nachzudenken, wie sehr du deine Vergehen bereust.«

Ich wollte lachen, um die Anspannung zu vertreiben. Es war so ruhig auf der verdammten, verlassenen Etage, dass ich davon überzeugt war, Ethan müsste meinen jagenden Puls hören können.

Aber er scherzte nicht. Instinktiv wusste ich, dass er jedes einzelne Wort bitterernst meinte.

»Ich werde das Geld irgendwie auftreiben, ich brauche nur ein bisschen Zeit. Ein paar Tage, eine Woche vielleicht«, stieß ich hervor und wollte aufstehen.

»Davon gehe ich aus. Mein Geld will ich trotzdem zurück. Die Zeit, die du mit mir, bevorzugt unter mir verbringst, ist eine Art Bonus obendrauf, damit ich nicht doch auf die Idee komme, dich zur Polizei zu schleppen.«

»Das ist verrückt.« Endlich fand ich die Kraft, mich aufzurichten, unter meinen dünnen Absätzen schien der Boden zu schwanken.

»Ist es das? Du warst ein böses Mädchen – und böse Mädchen werden bestraft«, schloss Ethan sein Plädoyer und sah mich eindringlich an.

Ich schüttelte den Kopf. »Nein.«

»Seien wir ehrlich, Alexa. Du hast nicht wirklich eine Wahl. Sexsklavin oder ein Anruf bei der Polizei – was soll es sein? Ich meine, du wirst selbst am besten wissen, wie oft ihr euren kleinen Betrug schon durchgezogen habt und wie viel möglicherweise ans Licht kommt, wenn die Nachforschungen erst einmal beginnen.«

Es war mir nicht einmal bewusst gewesen, dass ich die Hand gehoben hatte, bis ich meine eigenen Finger an meiner Kehle spürte. Ich strich über die Haut und wunderte mich, dass ich überhaupt noch schlucken konnte, so eng, wie mein Hals sich anfühlte.

Er war verrückt, übergeschnappt und von allen guten Geistern verlassen – und doch konnte ich nicht leugnen, dass ich meine Schenkel bei der Vorstellung enger zusammengepresst hatte, bevor ich aufgestanden war. Das Pulsieren in meiner Mitte hatte sich verstärkt und ergab zusammen mit meiner Angst einen berauschenden Cocktail.

Ethans Plan war es offensichtlich, mich unter Druck zu setzen. »Sieh mich an. Ich will eine Antwort, und zwar jetzt.«

Hastig schüttelte ich den Kopf, mein Mund war geöffnet, aber nicht ein Wort wollte meine Lippen verlassen.

»Wenn du keine Komplizin oder Familie hast, wird dich wohl kaum jemand vermissen, wenn du für einen Monat bei mir bist, nicht wahr? Und ich würde dir stark raten, meinen Vorschlag anzunehmen. Oder kannst du dir ein Leben hinter Gittern vorstellen?«

Hatte ich überhaupt eine Wahl? Ich hatte nicht einmal mehr einen Trumpf im Ärmel, keinen Joker, den ich ziehen konnte, nichts.

Die Gedanken rasten durch meinen Kopf, bis schließlich der erste sich seinen Weg bahnte und ich hervorstieß: »Es würde dir nichts bringen, ich finde keinen sonderlichen Gefallen an Sex.«

Das Blut schoss in meine Wangen und in diesem Moment fühlte ich mich verletzlicher als in der ganzen letzten halben Stunde zusammen.

Er runzelte die Stirn, die steile Falte zwischen seinen Augenbrauen wurde tiefer. »Was?«

Nervös ging ich zwei Schritte nach hinten, obwohl es keinen Grund dafür gab. »Ich finde Sex einfach langweilig.«

Ethan musterte meinen Körper, als hätte er irgendetwas mit meiner Aussage zu tun. »Vielleicht hattest du einfach noch keinen guten.«

»Den Spruch habe ich ja noch nie gehört. Männer sind alle gleich. Sofort bietet ihr großzügig eure Hilfe an, weil es nur einen richtigen Mann braucht, um das Problem zu lösen, dass ich beim Sex noch nie einen Orgasmus hatte.« Hastig schlug ich die Hand vor den Mund, weil ich gar nicht so viel hatte ausplaudern wollen.

Vergessen war die Tatsache, dass ich in seinen Augen eine Diebin war, die mehr als eine Million Dollar gestohlen hatte, stattdessen wünschte ich mir sehnlichst ein Loch im Boden herbei, in dem ich verschwinden konnte.

»Sag mir, dass du lügst.« Ethans Stimme klang rau.

Ich schüttelte den Kopf und bereitete mich darauf vor, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit aus dem Büro zu stürzen. Oder besser noch aus seinem Fenster im fünfzigsten Stock, um dem Elend endlich ein Ende zu setzen.

»Aber wenn du keinen Gefallen daran findest, warum hast du dich mir dann angeboten?«, wollte er wissen und stand auf. Er knöpfte sein Jackett zu, schob die Hände in die Hosentasche und kam langsam auf mich zu.

Mit seiner Lässigkeit konnte er mich nicht täuschen und ich wirbelte herum, um zur Tür zu rennen.

Ich schaffte es durch die Tür, sogar bis zum Schreibtisch, wo ich hastig nach meiner Tasche griff. Noch vor dem Durchgang ins Treppenhaus holte er mich ein und packte meinen Oberarm.

Sein Atem kitzelte meinen Hals, als er sich zu mir beugte und meinen anderen Arm auch umfasste. »Ich kann mich nicht erinnern, dir die Erlaubnis gegeben zu haben, dass du gehen kannst.«

Obwohl ich strampelte, trug er mich seelenruhig zurück in sein Büro und setzte mich auf der Schreibtischkante ab. Mit einer nachdrücklichen Bewegung entwand er mir die Tasche, ließ sie achtlos zu Boden fallen und schob meine Beine auseinander, bis er sich dazwischenstellen konnte.

Meine Stimme war nicht mehr als ein heiseres Keuchen. »Nicht.«

Statt zu antworten, beugte er sich vor und küsste mich. Ich war froh, dass ich saß, denn die Berührung seiner Lippen hätte mich sonst von den Füßen gefegt. Natürlich war ich schon geküsst worden, aber immer sanft und einfühlsam, fast so, als hätten die Männer Angst, mich zu beschädigen, wenn sie zu forsch vorgingen.

Ethan scherte sich offensichtlich einen Dreck darum, was ich fühlte, und verschlang mich förmlich. Er plünderte meinen Mund, neckte mich mit seiner Zunge, knabberte an meiner Unterlippe, bis ich schwer atmete und die Augen schloss.

Mit den Fingerspitzen strich er über meine harten Nippel und ich erschauerte. Je weiter er sich nach unten vortastete, desto nervöser wurde ich. Unter dem Rock trug ich nur einen winzigen Slip, der keinen ausreichenden Schutz gegen Ethans fordernde Hände bot.

Meine Brust hob und senkte sich hektisch, als er sich von mir löste und mich eingehend betrachtete.

»Hast du bisher den Ton angegeben?«

Ich hörte die Worte, aber sie ergaben keinen Sinn. »Was?«

Weil meine Lippen sich wund anfühlten, hob ich die Finger und vergewisserte mich, dass alles in Ordnung war. Ethans Blick folgte meiner Bewegung und seine Augen verdunkelten sich.