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Impressum: Copyright: 2011 by Harry Eilenstein – Alle Rechte, insbesondere auch das der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Buches darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors und des Verlages (nicht als Fotokopie, Mikrofilm, auf elektronischen Datenträgern oder im Internet) reproduziert, übersetzt, gespeichert oder verbreitet werden.

Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 9783752844917

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Ziel des Buches
    1. Absicht
    2. Eine Randbemerkung für Astrologen
  2. Die „Substanz der Psyche“
    1. Gefühle, Gedanken, Bilder
    2. Stille
    3. Bewußtseinsschwellen
    4. Der Regisseur
    5. Astralreise
  3. Die Ebenen der Psyche
    1. das Wachbewußtsein
    2. das Unterbewußtsein
    3. der Tiefschlaf
    4. der Ekstasezustand
    5. der Aufbau der Bewußtseinszustände
    6. die Koordination der Bewußtseinszustände: Meditation
    7. Zusammenfassung
  4. Das Allgemeingültige und die Individualität
  5. Die Grundbewegung
    1. Das Strahlen
    2. Das Strahlen und das Erleben
      1. Das Chakren-System
      2. Die vier Freud'schen Phasen
      3. Die Planetenfolge
      4. Die vier Bindungstypen
      5. Zusammenfassung
  6. Die Abkapselung
    1. Die innere Abkapselung: das Trauma
      1. Das Strahlen
      2. Die Gefahr
      3. Der Angriff
      4. Die Flucht
      5. Das Aufgeben
      6. Die ungestörte Rückkehr
      7. Die gestörte Rückkehr
      8. Die Heilung
    2. Die äußere Abkapselung: der Realitätsverlust
      1. Das Strahlen
      2. Die existentielle Not
      3. Die verstärkte Ausrichtung auf das Thema
      4. Die Fixierung auf das Thema
      5. Das Thema überschwemmt die Psyche
      6. Der Verlust des Realitätskontaktes
  7. Die Polarisierung
    1. Der heile, nicht-polarisierte Zustand
    2. Die Formen der Polarisierung
      1. Die oral-innenfixierte Polarisierung: der Süchtige
      2. Die oral-außenfixierte Polarisierung: der Asket
      3. Die anal-innenfixierte Polarisierung: der Täter
      4. Die anal-außenfixierte Polarisierung: das Opfer
      5. Die phallisch-innenfixierte Polarisierung: der Star
      6. Die phallisch-außenfixierte Polarisierung: der Fan
    3. Der Polaritäts-Wechsel
    4. Das Polarisierungs-Duett
    5. Die mehrschichtige Polarisierung
    6. Die Steigerung der Polarisierung
  8. Die orale Störung – das Thema „Geborgenheit“
    1. Die oral-innenfixierte Störung: der Süchtige
      1. Streben: Mangel
      2. gesteigertes Streben: Weinen und Gier
      3. fixiertes Streben: Sucht
      4. die Psyche zerstörendes Streben: Ich-Verlust
      5. den Körper zerstörendes Streben: Verwahrlosung
      6. abgekapseltes Streben: Einsamkeit
      7. die Heilung der Sucht
    2. Die oral-außenfixierte Störung: der Asket
      1. Streben: Mangel
      2. gesteigertes Streben: Trauer
      3. fixiertes Streben: Resignation
      4. die Psyche zerstörendes Streben: Depression
      5. den Körper zerstörendes Streben: Askese
      6. abgekapseltes Streben: Isolation
      7. die Heilung der Askese
    3. Die orale Störung: der Wechsel der Polarität
    4. Die orale Störung: das Polaritäts-Duett
    5. Die beiden Pfade der oralen Störung
  9. Die anale Störung – das Thema „Kraft“
  10. Die phallische Störung – das Thema „Selbstliebe“
    1. Die phallisch-innenfixierte Störung: der Star
      1. Streben: Mangel an Anerkennung
      2. gesteigertes Streben: Angeber
      3. fixiertes Streben: Größenwahn
      4. die Psyche zerstörendes Streben: Narzißmus
      5. den Körper zerstörendes Streben: -
      6. abgekapseltes Streben: Star
      7. die Heilung des Stars
    2. Die phallisch-außenfixierte Störung: der Fan
      1. Streben: Mangel an Anerkennung
      2. gesteigertes Streben: Schüchternheit
      3. fixiertes Streben: Minderwertigkeitskomplex
      4. die Psyche zerstörendes Streben: Verehrung
      5. den Körper zerstörendes Streben: -
      6. abgekapseltes Streben: Fan
      7. die Heilung des Fans
    3. Die phallische Störung: der Wechsel der Polarität
    4. Die phallische Störung: das Polaritäts-Duett
    5. Die beiden Pfade der phallischen Störung
  11. Weitere Polaritäten
  12. Störungen der Identität
  13. Das Beziehungs-Mandala
  14. Die Landkarte der Gefühle
  15. Freude, Lust und Liebe
    1. Freude
      1. die innere Freude
      2. die äußere Freude
      3. die Freude in den drei oberen Chakren
    2. Lust
      1. die innere Lust
      2. die äußere Lust
      3. die Lust in den drei unteren Chakren
    3. Liebe
      1. die innere Liebe
      2. die äußere Liebe
      3. die Liebe im Herzchakra
    4. Leid: beendete Freude
    5. Frust: unerfüllte Lust
    6. Liebesleid: unerfüllte Liebe
    7. Übersicht
  16. Angst und Schmerz
    1. Angst
    2. Schmerz
    3. Übersicht
  17. Körperliche Störungen: Krankheiten
  18. Die Heilung der Psyche
  19. Gefühle und Horoskop
  20. Jenseits der Psyche
  21. Der Weg des Herzens
  22. Kurzdarstellungen der Gefühle
    1. Gefühle mit „A“
      1. Abenteuerlust
      2. Abhängigkeit
      3. Ablehnung
      4. Abwesenheit
      5. Achtsamkeit
      6. Aggression
      7. Aktivität
      8. Albernheit
      9. Amüsement
      10. Anerkennung
      11. Angeberei
      12. Angst
      13. Anpassung
      14. Anspannung
      15. Anteilnahme
      16. Arroganz
      17. Askese
      18. Aufdringlichkeit
      19. Aufmerksamkeit
      20. Aufopferungsbereitschaft
      21. Aufregung
    2. Gefühle mit „B“
      1. Bedrohung
      2. Bedürfnisbezogenheit
      3. Bedürfnisse
      4. Befriedigung
      5. Begeisterung
      6. Beleidigtsein
      7. Bescheidenheit
      8. Besorgtheit
      9. Beweglichkeit
      10. Bewerten
      11. Blockaden
      12. Borderline
      13. Burnout
    3. Gefühle mit „C“
    4. Gefühle mit „D“
      1. Dankbarkeit
      2. Demut
      3. Depression
      4. Desillusioniertheit
      5. Desorganisation
      6. Disziplin
      7. Dominanz
      8. Druck
      9. Durchsetzungsvermögen
    5. Gefühle mit „E“
      1. Echtheit
      2. Egozentrik
      3. Ehrgeiz
      4. Ehrlichkeit
      5. Eifersucht
      6. Eigenständigkeit
      7. Einsamkeit
      8. Eitelkeit
      9. Ekel
      10. Ekstase
      11. Elastizität
      12. Empfindlichkeit
      13. Empörung
      14. Entschlossenheit
      15. Enttäuschung
      16. Erleuchtung
      17. Ernst
      18. Ernstgenommenwerden
      19. Erregung
      20. Erschöpfung
      21. Erschüttertsein
      22. Erstarrung
      23. Erwartung
      24. Extrovertiertheit
    6. Gefühle mit „F“
      1. Familienaufstellungen
      2. Fan
      3. Fanatismus
      4. Feindseligkeit
      5. Festhalten
      6. Fixierungen
      7. Fluchen
      8. Frechheit
      9. Freiheit
      10. Freude
      11. Freundschaft
      12. Friedlichkeit
      13. Frische
      14. Frustration
    7. Gefühle mit „G“
      1. Geduld
      2. Geerdetsein
      3. Gefühlskälte
      4. Gehorsamkeit
      5. Geister
      6. Gelassenheit
      7. Geselligkeit
      8. Gespanntsein
      9. Gier
      10. Gleichgültigkeit
      11. Glück
      12. Größenwahn
      13. Großzügigkeit
    8. Gefühle mit „H“
      1. Halt
      2. Haltlosigkeit
      3. Harmonie
      4. Haß
      5. Hilfsbereitschaft
      6. Humor
      7. Hyperaktivität
      8. Hysterie
    9. Gefühle mit „I“
      1. Idealisierung
      2. innere Frau
      3. innerer Mann
      4. Isolation
      5. Integrität
      6. Introjektion
      7. Intuition
    10. Gefühle mit „J“
    11. Gefühle mit „K“
      1. Kindlichkeit
      2. Klarheit
      3. Kontrollzwang
      4. Kooperation
      5. Konzentration
      6. Kraft
      7. Krankheiten
      8. Kreativität
      9. Kundalini
    12. Gefühle mit „L“
      1. Lachen
      2. Launenhaftigeit
      3. Lebendigkeit
      4. Leichtigkeit
      5. Leid
      6. Leidenschaft
      7. Liebe
      8. Liebesleid
      9. Lust
    13. Gefühle mit „M“
      1. Mangel
      2. Manipulation
      3. Masochismus
      4. Meditation
      5. Menschenbezogenheit
      6. Minderwertigkeitsgefühle
      7. Mißtrauen
      8. Mobbing
      9. Moral
      10. Motivation
      11. Mut
    14. Gefühle mit „N“
      1. Nachdenklichkeit
      2. Nähe
      3. Naivität
      4. Narzißmus
      5. Neid
      6. Nervösität
      7. Neugier
    15. Gefühle mit „O“
      1. Oberflächlichkeit
      2. Offenheit
      3. Opferhaltung
      4. Optimismus
      5. Orgasmus
    16. Gefühle mit „P“
      1. Pedanterie
      2. Pessimismus
      3. Präsenz
      4. Projektionen
      5. Provokation
      6. Psychose
    17. Gefühle mit „Q“
    18. Gefühle mit „R“
      1. Realismus
      2. Resignation
      3. Respekt
      4. Respektlosigkeit
      5. Reue
      6. Ruhen im Hier und Jetzt
      7. Ruhmsucht
    19. Gefühle mit „S“
      1. Sabotage
      2. Sachlichkeit
      3. Sadismus
      4. Sarkasmus
      5. Scham
      6. Schizophrenie
      7. Schmeichelei
      8. Schmerz
      9. Schüchternheit
      10. Schuldgefühle
      11. Schwäche
      12. Schweigsamkeit
      13. Seele
      14. Sehnsucht
      15. Selbsthaß
      16. Selbstliebe
      17. Selbstüberschätzung
      18. Sensibilität
      19. Sentimentalität
      20. Sorge
      21. Spiel
      22. Spontanität
      23. Sprachlosigkeit
      24. Star
      25. Staunen
      26. Störung
        • aa) Streß
        • ab) Sturheit
        • ac) Sucht
    20. Gefühle mit „T“
      1. Trauma
      2. Treue
    21. Gefühle mit „U“
      1. Überdrehtheit
      2. Überheblichkeit
      3. Überraschtheit
      4. Unehrlichkeit
      5. Unentschlossenheit
      6. Ungeduld
      7. unmoralisches Verhalten
      8. Unruhe
      9. Unsicherheit
      10. Unterordnung
    22. Gefühle mit „V“
      1. Verachtung
      2. Verantwortung
      3. Verdrängung
      4. Verehrung
      5. Verteufelung
      6. Vertrauen
      7. Verwirrtheit
      8. Vorsicht
    23. Gefühle mit „W“
      1. Wachheit
      2. Wahnsinn
      3. Weinen
      4. Wiederholungszwang
      5. Wille
      6. Wünsche
      7. Wut
    24. Gefühle mit „Z“
      1. Zittern
      2. Zufriedenheit
      3. Zwang
      4. Zynismus
  23. Zusamnmenfassung
    1. Die Anzahl der Begriffe für ein Gefühl
    2. Die Zuordnung der Gefühle zu den sieben Wegen
      1. Der Weg des Herzens
      2. Das „Ja“ des Säuglings: orale Phase
      3. Das „Nein!“ des Kleinkindes: anale Phase
      4. Das „Ich!!!“ des Kindes: phallische Phase
      5. Das „Du?“ des Jugendlichen: genitale Phase
      6. Das „Wir.“ der Eltern: adulte Phase
      7. Das „Anderes ...“ des Lehrers: tutorale Phase
      8. Das „Alles“ des Greises: geronte Phase
      9. Eine hohe Aktivität im Herzchakra
      10. Eine hohe Aktivität in den drei unteren Chakren
      11. Eine hohe Aktivitatät in den drei oberen Chakren
      12. Eine zu hohe Aktivität im Wurzelchakra: Der Süchtige
      13. Eine zu hohe Aktivität im Scheitelchakra: der Asket
      14. Eine zu hohe Aktivität im Hara: der Täter
      15. Eine zu hohe Aktivität im Dritten Auge: das Opfer
      16. Eine zu hohe Aktivität im Sonnengeflecht: der Star
      17. Eine zu hohe Aktivität im Halschakra: der Fan
      18. Eine zu hohe Aktivität in allen drei unteren Chakren
      19. Eine zu hohe Aktivität in allen drei oberen Chakren
      20. Gefühle im Zusammenhang mit Krisen
      21. Gefühle im Zusammenhang mit Heilungen
      22. Gefühle der Einsgerichtheit
  24. Der Spiegel der Gefühle
  25. eine Begegnung

I Ziel des Buches

I 1. Absicht

Das Ziel dieses Buches ist in einem ersten Schritt eine einheitliche und möglichst einfache, aber nicht vereinfachende Form der Beschreibung aller emotionalen Vorgänge als Bewegungen in bestimmten Strukturen. Der zweite Schritt ist dann das Anfertigen einer „Landkarte der Gefühle“, mit deren Hilfe man die Gesamtheit der Gefühle einfach erfassen kann.

Der Ansatz, die Gefühle als Bewegungen aufzufassen, ist ganz wörtlich gemeint: Wut drängt nach außen, Depression fällt nach innen und Trauer dreht sich im Kreis.

Man kann sich fragen, was das ist, worin sich die Gefühle bewegen oder welche Substanz es ist, deren Bewegungen man subjektiv als Gefühle erlebt.

Physiologisch, also von außen her gesehen sind dies die Nervenbahnen, in denen Strom fließt. Subjektiv gesehen ist dies das eigene Bewußtsein, in dem man Impulse und Zustände erlebt.

Philosophisch beschrieben, sind die Gefühle Vorgänge im Bewußtsein, das daher die „Gefühlssubstanz“ ist. In Indien würde man diese „Substanz“ „Prana“, d.h. Lebenskraft nennen. Die alten Ägypter haben sie als „Ankh“ bezeichnet. In den meisten Naturreligionen wird sie „Lebenskraft“ genannt. Die Anthroposophen und einige andere haben ihr den Namen „Äther“ gegeben. Es gibt noch viele weitere Namen für diese „Substanz“, deren Bewegungen als Gefühle erlebt werden.

Etwas abstrakter gesagt sind die Gefühle Bewegungen und Bewegungsmuster von Energiezuständen. Man kann diese „Substanz“ in den Beschreibungen der Gefühle auch ignorieren und die Gefühle abstrakt als Diagramm darstellen.

Es ist für die Betrachtungen in diesem Buch nicht von allzugroßer Bedeutung, welche dieser Beschreibungen man bevorzugt – und den Gefühlen selber ist es sicherlich auch egal.

Das, worum es in diesem Buch geht, ist die Dynamik der Gefühle zu beschreiben, den Impuls, den sie haben, die Richtung, in die sie drängen, ihre möglichen Verwandlungen, die häufigen Entwicklungsfolgen von Gefühlen – also letztlich ein besseres Verständnis für das, was ein bestimmtes Gefühl eigentlich ist, wie es sich verhält und welche Möglichkeiten es hat.

Bei diesen Betrachtungen über die Gefühle werden auch immer wieder die beiden anderen Elemente, die man in der „psychischen Substanz“ finden kann, auftreten. Die drei Elemente, die die Dynamik, die Strukturen und die Inhalte der Psyche ausmachen, sind:

Letztlich ist es mein Wunsch, mit diesem Buch etwas zur Weisheit der Menschen in Bezug auf ihre Gefühle beizutragen, damit die „Weisheit der Gefühle“ wieder das Leben bereichern kann.

I 2. Eine Randbemerkung für Astrologen

Wie jedes Buch ist natürlich auch dieses Buch durch das Horoskop seines Autors und seine Sicht auf die Welt geprägt.

Bei dem vorliegenden Buch ist dies meine Venus im Krebs und im 9. Haus, die Gefühle (Venus) als Bewegungen (9. Haus) in der Lebenskraft (Krebs) auffaßt.

Sie hat zwei Sextile zu der Konjunktion von Merkur und Jupiter in der Jungfrau im 10. Haus, was bedeutet, da ich gerne systematisch (Jungfrau) und in großen Zusammenhängen (Jupiter) denke (Merkur) und dabei nach der allgemeingültigen Form suche (10. Haus) und dieses Denken auch auf die Gefühle (Venus) anwende.

Auf halbem Wege zwischen diesen drei Planeten steht noch der Uranus im Löwen und im 10. Haus, der zu allen drei genannten Planeten ein Halbsextil hat. Er gibt diesem ganzen Denken daher den gelegentlichen Wunsch nach Neuentdeckungen (Uranus) hinzu. Zudem strebt der Uranus nach einer allgemeingültigen Formulierung (Uranus im 10. Haus), die es den Menschen ermöglicht, mehr sie selber zu werden und sich selber zu leben (Uranus im Löwe).

Dieses Buch ist daher der Versucht, allgemein das Leben dadurch etwas einfacher und lustvoller und freudevoller zu machen, daß es das Wesen der Gefühle und ihre Dynamik auf eine Weise beschreibt, die einerseits schlicht ist und andererseits alle Aspekte miteinbezieht und dadurch den bewußten Umgang mit den eigenen Gefühlen (und auch mit denen der anderen) etwas einfacher macht.

II Die „Substanz der Psyche“

II 1. Gefühle, Gedanken, Bilder

Die Psyche ist von Bewußtseinsinhalten erfüllt: Erinnerungen, Erkenntnissen, Wahrnehmungen, Bildern und ähnlichem.

Diese Bewußtseinsinhalte sind in der Psyche entweder unbewußt-assoziativ miteinander verknüpft (was man beim Träumen und Meditieren erleben kann) oder bewußtlogisch (was man beim Denken erleben kann).

Die assoziativen Verknüpfungen bilden Symbole, Komplexe, Fähigkeiten (z.B. Klavierspielen), innere Mythen usw.

Die bewußten Vorgänge in diesem Bereich sind das bildhaft-symbolische Denken, das man z.B. beim Märchenerzählen, bei Beratungen, beim Schreiben eines Gedichtes, bei einer Liebeserklärung u.ä. benutzt.

Die logischen Verknüpfungen bilden den Verstand, die Fähigkeit zu rechnen, die Logik, Sachkenntnisse (z.B. Verkehrsregeln), die Weltanschauung usw.

Die bewußten Vorgänge in diesem Bereich sind das Denken, das Philosophieren, sachliche Gespräche, das Durchlesen einer Gebrauchsanleitung u.ä.

Schließlich gibt es noch die Impulse, von denen diese Bewußtseinsinhalte bewegt werden: die Gefühle.

Aus dieser Betrachtung ergibt sich, daß Gefühle nicht „einfach da sind“, sondern an Bewußtseinsinhalte gebunden sind.

Gefühle sind wie eine Kraft in der Psyche.

Gedanken sind wie eine Form in der Psyche.

Innere Bilder sind wie eine Formen, die evtl. mit Kraft aufgeladen sind – Erinnerungen an frühere Erlebnisse.

Gefühle, Gedanken und innere Bilder unterscheiden sich schon in dem, was sie in der Psyche sind – eine Kraft, eine Struktur oder eine alte Struktur, die noch immer mit mehr oder weniger viel Lebenskraft aufgeladen ist.

II 2. Stille

Gefühle, Gedanken und Bilder sind nicht das Bewußtsein selber, sondern Inhalte des Bewußtseins. Dies zeigt sich am deutlichsten, wenn spontan oder durch eine Meditation im Bewußtsein eine „innere Stille“ entsteht, in der sich das Bewußtsein selber wahrnimmt, aber nicht mehr von Gefühlen, Gedanken oder Bildern erfüllt ist.

Dieses „Bewußtsein an sich“ ist die Leinwand, auf die die Gefühle, Gedanken und Bilder gemalt werden. Es ist lohnenswert, diese Stille-Meditation zu erlernen, da dieser „nur Bewußtsein“-Zustand keineswegs leer ist, sondern eine große Fülle enthält. Das Erreichen dieses Zustandes ist wie eine Rückkehr in die Fülle – wobei diese Fülle keine Gefühle, Gedanken und Bilder sind, sondern gewissermaßen eine „formlose Fülle“, die man am ehesten mit „Leuchten“ oder mit „Selbstliebe“ umschreiben kann.

Diese „Leinwand“, auf die die Inhalte des Bewußtseins gemalt werden, ist also keineswegs ohne eigene Qualität, aber ihre Qualität ist etwas deutlich anderes als die Gefühle, Gedanken und inneren Bilder. Sie ist eine innere Fülle.

II 3. Bewußtseinsschwellen

Zusätzlich zu dem „Bewußtsein an sich“ und zu den Bewußtseinsinhalten gibt es noch ein weiteres Bewußtseinselement: die Bewußtseinsschwellen, die man auch „Bewußtseinsgrenzen“ nennen kann.

Wenn es sie nicht gäbe, würde das Bewußtsein von allen Informationen, die in der Psyche gespeichert sind, von allen Erinnerungen und von allen aktuellen Wahrnehmungen überflutet werden.

Über diese Bewußtseinsgrenzen geht man z.B. hinüber, wenn man sich an etwas erinnert, wenn man tagträumt, wenn man meditiert, wenn man aufmerksam in ein Körperteil hineinspürt um herauszufinden, warum es schmerzt, und noch bei vielen anderen Gelegenheiten. Auch das Erreichen der „inneren Stille“ ist ein Überschreiten einer solchen Bewußtseinsgrenze – diese spezielle Grenze liegt zwischen den Bewußtseinsinhalten und dem Bewußtsein an sich, der inneren Fülle und der Selbstliebe.

II 4. Der Regisseur

In der Psyche gibt es noch ein weiteres Element, das nicht so leicht wie das Bewußtsein selber, die Bewußtseinsinhalte und die Bewußtseinsschwellen zu beschreiben ist. Man kann es das „Ich“, das „Wachbewußtsein“ oder den „ Regisseur“ nennen. Dieses Element des Bewußtseins ist sein Organisationszentrum.

Es macht einen sehr großen Unterschied im Leben, ob man reflexhaft auf jeden äußeren Eindruck mit einem bestimmten Verhalten reagiert oder ob man innehält, sich der Situation bewußt wird und entscheidet, was man tun will.

Dieses Ich ist nicht das Bewußtsein an sich, es ist auch nicht die Gefühle, die Gedanken, die inneren Bilder oder die aktuellen Wahrnehmungen – es ist das Bewußtsein, das sich auf die aktuellen Gefühle, Gedanken, Bilder und Wahrnehmungen ausgerichtet hat und danach strebt, für den Menschen, zu dem es gehört, einen möglichst angenehmen Zustand herzustellen.

Mit diesem „Regisseur“ ist folglich auch der Egoismus verbunden – der im Idealfall natürlich, direkt, unbekümmert und zugleich weitsichtig ist.

II 5. Astralreisen

Es gibt ein Erlebnis, das die Vorstellungen über das Bewußtsein und über die Psyche grundlegend erweitert: die Astralreise. Insbesondere bei Nahtod-Erlebnissen und Krisen, aber auch spontan kommt es vor, daß man erlebt, wie man mit seinem Bewußtsein den eigenen Körper verläßt und dann über sich selber schwebt. Da man aus diesem Zustand heraus alles wahrnehmen und z.B. auch an andere Orte fliegen und dort Dinge wahrnehmen kann, ist es deutlich, daß diese Astralreisen kein Vorgang in der Psyche sind, sondern ein realer Prozeß.

Dieses Erlebnis hat den Menschen schon in der Altsteinzeit gezeigt, daß der Mensch offenbar mehr als nur sein Körper ist. Um dieses Erlebnis zu beschreiben, ist das Bild des Vogels benutzt worden – „Ich habe wie ein Vogel über meinem Leib geschwebt!“

Aus diesem Grund wird die Seele weltweit als Vogel, als Mensch mit Flügeln, als Vogel mit Menschenkopf, als Mensch mit Federkleid usw. dargestellt.

Das Erlebnis der Astralreise ist sehr wahrscheinlich der Beginn der Religion gewesen, da dieses Erlebnis zeigt, daß es eine Seele gibt – also etwas, das unabhängig vom Körper existieren kann. Die Proklamation dieses Erlebnisses ist erst der Stab, auf dem ein Vogel hockt, und dann der Totempfahl gewesen, in beiden Fällen also ein Mensch, auf dem sein Seelenvogel sitzt. Diese Symbole sind schon aus den Höhlenmalereien der Altsteinzeit und aus der Steinskulpturen der frühen Jungsteinzeit um 10.000 v.Chr. in Göbekli Tepe und Nevali Cori in Nord-Mesopotamien bekannt.

Für die Betrachtung der Gefühle bedeutet dieses Erlebnis zunächst einmal, daß die Psyche möglicherweise realer und eigenständiger ist und mehr „Substanz“ besitzt, als man ihr normalerweise zuschreiben würde – schließlich kann das Bewußtsein mit seinen Gefühlen, Gedanken und inneren Bildern den physischen Leib verlassen und wieder in ihn zurückkehren („Astralreise“).

III Die Ebenen der Psyche

Es gibt in der Psyche vier verschiedene Zustände, die man den vier Aggregatzuständen „fest“, „flüssig“, „gasförmig“ und „Plasma-förmig“ vergleichen kann – es ist stets dieselbe Psyche, aber in einem verschiedenen Zustand.

III 1. das Wachbewußtsein

Das Wachbewußtsein ist das normale Alltags-Bewußtsein. Es zeichnet sich durch eine EEG-Frequenz von 8-16 Hz aus.

III 2. das Unterbewußtsein

Das Unterbewußtsein, das man auch „Traumbewußtsein“ nennen könnte, liegt vom Wachbewußtsein aus gesehen hinter einer Bewußtseinsschwelle und wird in der Regel nur durch Assoziationen, im Traum und in der Meditation teilweise bewußt. Es hat eine EEG-Frequenz, die halb so hoch ist wie die des Wachbewußtseins: 4-8Hz.

Diese Frequenz tritt auch auf, wenn ein Mensch eine auf die inneren Bilder ausgerichtete Meditation durchführt.

III 3. der Tiefschlaf

Der Tiefschlaf liegt vom Wachbewußtsein aus gesehen hinter zwei Bewußtseinsschwellen – die zwischen Wachbewußtsein und Unterbewußtsein und die zwischen dem Unterbewußtsein und dem Tiefschlaf. Dieses Bewußtsein hat wiederum eine halb so große Frequenz wie das Traumbewußtsein (Unterbewußtsein): 2-4Hz.

Diese Frequenz erscheint auch auf dem EEG, wenn ein Mensch in die Stille-Meditation geht.

III 4. der Ekstasezustand

Schließlich gibt es noch den Ekstasezustand, der eine doppelt so hohe EEG-Frequenz wie das Wachbewußtsein hat: 16-32Hz. Dieser Zustand zeichnet sich dadurch aus, daß in ihm die gesamte Aufmerksamkeit auf eine einzelne Sache ausgerichtet ist. Dieser Zustand tritt bei der religiösen Ekstase, bei Panik, beim Orgasmus und in ähnlichen Situationen auf.

III 5. der Aufbau der Bewußtseinszustände

Diese vier Bewußtseinszustände haben klare Qualitäten und daher ebensoklare Grenzen zueinander.

Das „Bewußtsein an sich“ (2-4Hz), das dem Tiefschlaf entspricht, ist die Grundlage des Bewußtseins und der Psyche (Psyche = Bewußtsein und alle Bewußseinsinhalte).

Das Traumbewußtsein (4-8Hz) entspricht der Unterscheidung der Bewußtseinsinhalte. Auf dieser Ebene wird jedoch noch keine Auswahl unter den Bewußtseinsinhalten getroffen, d.h. es wird kein Bewußtseinsinhalt verdrängt. Dies zeigt sich unter anderem darin, daß in Träumen alle Inhalte des Bewußtseins auftreten können – in der Regel diejenigen, die gerade am stärksten emotional aufgeladen sind.

Das Wachbewußtsein (8-16Hz) enthält nicht mehr alle Bewußtseinsinhalte, sondern nur eine Auswahl der für die augenblickliche Situation gerade wichtigen Bewußtseininhalte.

Der Ekstasezustand (16-32Hz) reduziert die Auswahl der Bewußtseinsinhalte schließlich auf ein einziges Thema.

Man kann das Wesen der vier Bewußtseinszustände auch noch kürzer zusammenfassen:

Der Tiefschlaf ist das Bewußtsein, das auf sich selber konzentriert ist: das Ruhen in sich selber.

Das Traumzustand ist das Bewußtsein, das auf alle Bewußtseinsinhalte gleichzeitig konzentriert ist: der Überblick über das Innere.

Das Wachen ist das Bewußtsein, das auf die gerade wichtigen Bewußtseinsinhalte konzentriert ist: die Aufmerksamkeit auf die äußere Situation.

Die Ekstase ist das Bewußtsein, das auf einen einzigen Bewußtseinsinhalt ausgerichtet ist: die Einsgerichtetheit auf ein einziges Ziel.

Die Bewußtseinsinhalte unterscheiden sich von außen her betrachtet durch ihre EEG-Frequenz und von innen her betrachtet durch die Anzahl der Bewußtseinsinhalte: Der Tiefschlaf ist das Bewußtsein an sich ohne Inhalte (2-4Hz), der Traumzustand enthält alle Inhalte (4-8Hz), das Wachbewußtsein die gerade wichtigsten Inhalte (8-16Hz) und der Ekstasezustand nur einen einzigen Inhalt (16-32Hz).

III 6. Die Koordination der Bewußtseinszustände: Meditation

Meditation kann im wesentlichen als die Koordination dieser vier Bewußtseinszustände angesehen werden.

Bild-bezogene Meditationen wie z.B. Traumreisen sind ein „bewußtes Träumen“ zu einem vorher ausgewählten Thema. Bei dieser Art von Meditation werden Wachbewußtsein und Traumbewußtsein (Unterbewußtsein) miteinander koordiniert.

Bei den Stille-Meditationen wie z.B. dem Zen werden das Wachbewußtsein und das Tiefschlaf-Bewußtsein miteinander koordiniert.

Bei Ekstase-Meditationen wie z.B. der Kundalini-Erweckung werden das Wachbewußtsein und der Ekstase-Zustand miteinander koordiniert.

Es gibt auch Meditationen, in denen alle vier Bewußtseinszustände miteinander koordiniert werden. Diese Formen finden sich vor allem in den fortgeschritteneren tibetischen Meditationen.

Für die Koordination der Bewußtseinszustände in der Meditation kann man das Bild benutzten, daß diese vier Bewußtseinszustände verschiedene Takte haben: Der Takt des Tiefschlaf-Bewußtseins besteht aus halben Noten, der Takt des Traum-Bewußtseins aus doppelt so schnellen Viertelnoten, das Wachbewußtsein aus wiederum doppelt so schnellen Achtelnoten und der Ekstasezustand aus wiederum doppelt so schnellen Sechzehntelnoten.

Zunächst laufen diese Takte im normalen Alltagsbewußtsein unkoordiniert nebeneinanderher.

Die Konzentration in der Meditation bewirkt sozusagen, daß alle vier Bewußtseinszustände in denselben Takt kommen, wodurch die „Noten“ des Bewußtseins dann zueinander passen.

Diese beiden Zustände kann man auch bildhaft darstellen:

Koordination der Bewußtseinsrhythmen (EEG)
unkoordinierte Bewußtseinsfrequenzen (Normalbewußtsein)
Tiefschlaf 2- 4Hz
Traum 4- 8Hz
Wachen 8-16Hz
Ekstase 16-32Hz
koordinierte Bewußtseinsfrequenzen (Meditation)
Tiefschlaf 2- 4Hz
Traum 4- 8Hz
Wachen 8-16Hz
Ekstase 16-32Hz

III 7. Zusammenfassung

Diese Betrachtungen zeigen, daß das Bewußtsein ein komplexes System ist:

Es besteht aus dem Bewußtsein an sich, aus den Gefühls-Impulsen, aus den Gedanken-Strukturen und aus den Bildern, die sowohl Strukturen als auch Impulse enthalten.

Diese drei Formen von Bewußtseinsinhalten befinden sich in dem „Bewußtsein an sich“ – so wie Bilder auf einer Leinwand.

Neben dem Bewußtsein selber und den Bewußtseinsinhalten gibt es zudem noch die Bewußtseinsschwellen, die die verschiedenen Bereiche des Bewußtseins voneinander trennen.

Das Bewußtsein hat vier Zustände, die durch Meditation miteinander koordiniert werden können: den Tiefschlaf, den Traumzustand, den Wachzustand und den Ekstasezustand.

Dann gibt es noch das Ich, das der Teil des Bewußtseins ist, in dem alle Gefühle, Gedanken, Bilder und Wahrnehmungen zusammengeführt werden, die für die aktuelle Situation wichtig sind. Dadurch können dann bewußte Entscheidungen getroffen werden.

Schließlich gibt es noch das Nahtod-Erlebnis („Astralreise“), bei der man mit seinem Bewußtsein seinen Körper verläßt und umherschweben und wie im normalen Wachzustand alles wahrnehmen kann. Dieses Erlebnis zeigt, daß das Bewußtsein und somit auch die Gefühle in ihm mehr sein müssen als nur eine Funktion des Gehirns.

Diese Betrachtungen zu dem Bewußtsein bilden den Hintergrund der folgenden Darstellungen der verschiedenen Gefühle.

IV Das Allgemeingültige und die Individualität

Man kann Gefühle wie z.B. die Wut als ein grundlegendes Phänomen beschreiben, aber es gibt von der grundlegenden Dynamik eines solchen Gefühls fast unendlich viele Varianten, da Gefühle bei keinen zwei Menschen vollkommen gleich sind.

Diese Unterschiede, diese Gefühls-Variationen entstehen durch die konkreten Assoziationen eines Menschen, also seine bisherigen Erlebnisse, durch seine Vorlieben, durch seine Abneigungen, durch die Kultur, in der er lebt, und durch die Wertmaßstäbe in dieser Kultur, durch sein soziales Umfeld, durch die Zeit, in der er lebt (Steinzeit oder heute), und schließlich noch durch seinen persönlichen Stil, der am besten durch ein Horoskop beschrieben werden kann.

Es ist daher sinnvoll, bei all den Beschreibungen, die sich im Folgenden finden, immer zu beachten, daß der eine ein Choleriker ist, der andere eher zaghaft, daß der eine Karate gelernt hat und der andere klassisches Ballett usw. – jedes Gefühl hat zwar seine charakteristische Dynamik, wodurch es z.B. zu Wut, Neid oder Einfühlungsvermögen wird, aber jedes dieser Gefühle kann sozusagen in vielen verschiedenen „emotionalen Farben“ erscheinen.

V Die Grundbewegung

Manche Gefühle sind das Erleben des heilen, gesunden, fließenden, strahlenden Zustands der Psyche – andere Gefühle ergeben sich aus Hindernissen, Blockaden, Verletzungen u.ä. in der Psyche.

Um diese zweite Gruppe von „Störungen-Gefühlen“ zu verstehen, ist es sinnvoll, vorher die Gefühle zu betrachten, die sich aus dem störungsfrei fließenden Zustand der Psyche ergeben.

V 1. Das Strahlen

Das Strahlen ist der Selbstausdruck der Psyche – man bewegt sich so, wie es den eigenen Impulsen entspricht. Über diesen Zustand läßt sich nicht viel sagen, da er sehr schlicht und einfach ist. Sein vermutlich direktester Ausdruck ist das Spiel – man tut einfach das, was man gerade gerne tun will, ohne daß dies einem weiterführenden Zweck unterliegen würde.

das Strahlen

V 2. Das Strahlen und das Erleben

Die Vielfalt an Gefühlen beginnt, wenn das Strahlen auf die Welt trifft. Die Vorgänge bei dem Zusammentreffen von innerem Impuls und äußeren Strukturen und Vorgängen wirken wie ein Prisma, das aus dem einen, weißen Lichtstrahl eine Vielfalt von verschiedenfarbigen Strahlen entstehen läßt.

Die äußere Welt gibt den inneren Impulsen die Möglichkeit, zu einem Regenbogen zu werden ...

V 2. a) Das Chakren-System

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Ansätzen, um zu beschreiben, was mit den inneren Impulsen geschieht, wenn sie auf die Welt treffen. Einer der schlichtesten und klarsten findet sich in dem indischen Chakrensystem.

Diese Chakren kann man als Meditationspunkte auffassen oder etwas weitergehend als die Organe des Bewußtseins oder als die Organe des Lebenskraftkörpers, also als die Struktur des Teiles des Menschen, der bei einem Nahtod-Erlebnis oder einer Astralreise den physischen Leib verläßt.

Die innere Struktur und Dynamik dieses Systems aus den sieben Chakren ist unabhängig davon, wie man diese Chakren vorzugsweise auffaßt.

Das Zentrum dieses System ist das Herzchakra in der Mitte der Brust. In ihm liegt die Identität des Menschen. Sein natürlicher Zustand ist das „Ruhen in sich selber“. Es entspricht dem Tiefschlaf-Bewußtsein.

das Herzchakra

Über und unter dem Herzchakra finden sich jeweils drei weitere Chakren, die von ihrer Funktion her Paare bilden. Die drei unteren Chakren beziehen sich auf den Körper des Menschen und die drei oberen Chakren auf die Umwelt des Menschen.

Aus dem „in sich Ruhen“ im Herzchakra entsteht im ersten Schritt der ungehinderte körperliche Selbstausdruck im Sonnengeflecht kurz unter dem Rippenbogen sowie der ungehinderte soziale Selbstausdruck im Halschakra am Kehlkopf.

Der natürliche Zustand dieser beiden Chakren ist das „Strahlen“ eines Menschen. Sie entsprechen dem Traum-Bewußtsein (Unterbewußtsein).

das 1. Chakrenpaar

Unterhalb des Sonnengeflechts liegt das Hara kurz unter dem Nabel. In ihm findet sich der innere Halt, der sich aus dem ungehinderten körperlichen Selbstausdruck im Sonnengeflecht ergibt.

Oberhalb des Halschakras liegt das Dritte Auge zwischen den Augenbrauen. In ihm findet sich die Orientierung in der Welt, die sich aus dem ungehinderten sozialen Selbstausdruck im Halschakra ergibt.

Der natürliche Zustand dieser beiden Chakren ist die klare, selbstbestimmte Position – sowohl die des eigenen Körpers (Hara) als auch der eigenen Stellung in der Gemeinschaft, zu der man gehört (Drittes Auge). Diese beiden Chakren entsprechen dem Wachbewußtsein.

das 2. Chakrenpaar

Unterhalb des Haras befindet sich das Wurzelchakra zwischen den Genitalien und dem After. Dieses Chakra ist für den körperlichen Kontakt zuständig.

Oberhalb des Dritten Auges befindet sich das Scheitelchakra oben auf dem Kopf. Dieses Chakra ist für den geistigen Kontakt zuständig.

Der natürliche Zustand dieser beiden Chakren ist die Einsgerichtetheit – beim Wurzelchakra der Orgasmus und beim Scheitelchakra die Ekstase. Diese beiden Chakren entsprechen dem Ekstase-Bewußtsein: Man ist bei dem Kontakt zu einer Sache ganz auf diesen Kontakt konzentriert.

das 3. Chakrenpaar

Die hier beschrieben Dynamik der sieben Chakren findet sich auch an verschiedenen Stellen in der Natur wieder. Am anschaulichsten ist das Beispiel der Sonne und ihres Umraumes:

Die Sonne entspricht dem Herzchakra – sie ist das Zentrum. Ihre Qualität ist das „in sich Ruhen“.

Die Sonne strahlt Licht und Ionen ab, die „Sonnenwind“ genannt werden. Dieser Sonnenwind schiebt im Laufe der Zeit die gesamte feinkörnige Materie und die Gase („Sternenstaub“) aus dem Umraum der Sonne nach außen hin fort. Dadurch entsteht rings um die Sonne ein Bereich, in der die Sonne ungehindert strahlen kann.

Dieser Bereich entspricht dem Sonnengeflecht und dem Halschakra. Die Qualität dieses Bereiches ist das ungehinderte Strahlen.

Rings um diesen Bereich, in dem der Sternenstaub von dem Sonnenwind nach außen hin von der Sonne fortgeschoben worden ist, sammelt sich dieser Sternenstaub sowie die Ionen aus dem Sonnenwind an. Sie bilden die sogenannte „Stoßfront“, die eine Staubhülle in der Form einer riesigen Hohlkugel ist, die sich in ungefähr der dreifachen Entfernung von der Sonne zum Pluto befindet und ungefähr die Masse der Erde hat. Man kann sich diese Stoßfront ungefähr wie den Schnee vor einem Schneeschieber vorstellen.

Diese Stoßfront entspricht dem Hara und dem Dritten Auge, die Formen und Außenbezüge erschaffen. Dieses Formen und Abgrenzen sind die Qualität dieses Bereiches.

Die Stoßfront dehnt sich durch den Druck des Sonnenwindes immer weiter in den Weltraum hinein aus. Obwohl sich die Stoßfront nur mit ca. 0,25km/h durch den Sternenstaub bewegt, löst sie wie ein Schiff, das durch einen See fährt, eine Bugwelle aus. Diese Bugwelle ist das äußerste Element des Sonnensystems – die Berührung der Umgebung des Sonnensystems.

Diese Bugwelle entspricht dem Wurzelchakra und dem Scheitelchakra – also dem Kontakt mit der Welt.

Analogie: Sonnenwind und Chakren

Diese Betrachtung zeigt, daß die Folge „Identität – Strahlen – Form – Kontakt“ sehr grundlegend ist. Die Identität entspricht dem Tiefschlaf, das Strahlen dem Traumzustand, die Form dem Wachbewußtsein und der Kontakt der Ekstase. Damit ist noch ein weiterer Zusammenhang verbunden: Der Tiefschlaf entspricht der Identität, der Traumzustand den Gefühlen, das Wachbewußtsein dem Denken und der Ekstasezustand dem Einsgerichtetsein.

Wenn man alle bisher beschrieben Qualitäten zu diesen vier Bewußtseinsformen zusammenfaßt, ergibt sich eine detaillierte Beschreibung:

die vier Bewußtseinsformen
Merkmale Bewußtseinsform
Tiefschlaf Traum Wachen Ekstase
Frequenz 2-4Hz 4-8Hz 8-16Hz 16-32Hz
Konzentration des
Bewußtseins auf
sich selbst alle Bewußtseinsinhalte einige Bewußtseinsinhalte einen einzigen
Bewußtseinsinhalt
Qualität Identität Strahlen Form Kontakt
Elemente Identität Gefühl Gedanke Ekstase
Chakren Herzchakra Sonnengeflecht,
Halschakra
Hara,
Drittes Auge
Wurzelchakra,
Scheitelchakra
Sonnen-Analogie Sonne Sonnenwind Stoßfront Bugwelle

V 2. b) Die vier Freud'schen Phasen

Das bekannteste System für die Entwicklungsdynamik der Psyche sind vermutlich Sigmund Freuds vier Entwicklungsphasen des Menschen. Freud hat vier Phasen beschrieben:

Die 1. Freud'sche Phase ist die „orale Phase“. Sie ist der vollständige Kontakt des Säuglings zu seiner Mutter – sozusagen ein vollkommenes „Ja“.

Die 2. Freud'sche Phase ist die „anale Phase“. In ihr lernt das Kind ab einem Alter von ca. einem Jahr zu laufen, zu sprechen und vor allem sich abzugrenzen – es wird eigenständiger und beginnt seine Umwelt aktiv zu erkunden und mitzuprägen. Diese Phase ist gewissermaßen ein „Nein!“

Die 3. Freud'sche Phase ist die phallische Phase. In ihr findet das Kind ab einem Alter von ca. drei Jahren durch die Verbindung des Urvertrauens aus der 1. Phase und der Klarheit und Kraft der 2. Phase zu einem deutlichen Selbstbild. Dies zeigt sich unübersehbar in dem Wort „Ich!!!“

Die 4. Freud'sche Phase ist die genitale Phase, die in etwa dem größeren Kind bis in die Pubertät hinein entspricht. In dieser Zeit wird sich das Kind seiner Sexualität bewußt, erprobt seine Kraft, sucht nach Beziehungen und entwickelt seinen eigenen Lebensstil. Aufgrund der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt und der Suche nach einer Beziehung kann man diesen Lebensabschnitt durch das Wort „Du?“ kennzeichnen.

Sigmund Freud beschreibt nur diese vier Phasen in der Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen, aber man kann im späteren Leben noch drei weitere Phasen erkennen:

Die 5. Phase ist die „adulte Phase“ (= „Erwachsenen-Phase“). Sie beginnt mit der Gründung einer Familie und endet, wenn die Kinder weitgehend eigenständig oder aus dem Haus ausgezogen sind. In dieser Phase ist der Blick auf die Gemeinschaft gerichtet, für die in dieser Zeit gesorgt wird. Daher kann man diese Phase als „Wir.“ beschreiben.

Die 6. Phase ist die „tutorale Phase“ (= „Lehrer-Phase“). Der ältere, erfahrene Erwachsene, der keine eigenen Kinder mehr zu versorgen hat, kann beginnen, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen, zu lehren, zu beraten und auf andere Weise eine größere Gemeinschaft als bisher zu unterstützen – und auch selber Neues zu erforschen und zu erleben. Diese Phase kann man als „Anderes ...“ bezeichnen.

Die 7. Phase ist die „geronte Phase“ (= „Alters-Phase“). Der alte Mensch zieht sich schließlich teilweise aus dem Alltagsgeschehen zurück, betrachtet sein Leben und Gott und die Welt, meditiert und wird weise und ist für die Gemeinschaft, zu der er gehört, ein Ratgeber in schwierigen Situationen. Diese Phase kann man als „Alles“ umschreiben.

Es gibt somit sieben Phasen in der Biographie eines Menschen, die sich durch sieben Worte kennzeichnen lassen. Bei näherer Betrachtung gibt es in diesen sieben Phasen vier Zustände und drei Entwicklungsschritte:

die sieben Entwicklungsphasen
Phasen Qualität Dynamik
Zustände Entwicklungen
1. orale Phase Ja Kind bei der Mutter
2. anale Phase Nein! Abgrenzung
3. phallische Phase Ich!!! eigenständiges Kind
4. genitale Phase Du? Selbsterkenntnis
5. adulte Phase Wir. Vater/Mutter sein
6. tutorale Phase Anderes ... Lehren
7. geronte Phase Alles Greis

Dieselben Entwicklungsphasen finden sich auch in der Geschichte der Menschheit als Ganzes wieder:

Die orale Phase („Ja“) entspricht der Altsteinzeit, in der die Menschen als Teil der Natur von der Natur gelebt haben. Damals sind sie Jäger und Sammler gewesen.

Die anale Phase („Nein!“) entspricht der Jungsteinzeit, in der die Menschen den Ackerbau und die Viehzucht entwickelt haben und der Natur ihre eigene Kultur entgegengesetzt haben.

Die phallische Phase („Ich!!!“) entspricht dem Königtum mit seiner allgemeinen Zentralisierung.

Die genitale Phase („Du?“) entspricht dem Materialismus mit der zu ihr gehörenden Forschung, den technischen Erfindungen und der Industrialisierung.

Die adulte Phase („Wir.“) entspricht der heutigen Zeit, in der die Menschen auf der Erde insgesamt als eine große Familie angesehen werden, in der jeder von jedem abhängig ist.

Die tutorale Phase („Anderes ...“) liegt noch in der Zukunft und entspricht dem Bild des „Planets des Friedens“.

Die geronte Phase („Alles“) liegt noch weiter in der Zukunft und entspricht der Utopie einer „Gemeinschaft von Weisen“.

die sieben Entwicklungsphasen
Phasen Qualität Biographie Geschichte
1. orale Phase Ja Säugling Altsteinzeit
2. anale Phase Nein! Kleinkind Jungsteinzeit
3. phallische Phase Ich!!! Kind Königtum
4. genitale Phase Du? Jugendlicher Materialismus
5. adulte Phase Wir. Erwachsener Globalisierung
6. tutorale Phase Anderes ... älterer Erwachsener Zukunft I
7. geronte Phase Alles Greis Zukunft II

Man kann diese Entwicklungsfolge auch mit den Chakren vergleichen. Beide sind zwar verschiedene Systeme und betrachten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, aber da beide letztlich dasselbe beschreiben (die Psyche), sollte man sie auch kombinieren können.

Die Chakren beschreiben einen „Lageplan“, in dem die Entwicklungen stattfinden – die sieben Phasen beschreiben hingegen eine Gesamtentwicklung. Man müßte also die Phasen in den Lageplan (Chakren) einordnen.

Wenn man die Phasen genau anschaut, fehlt noch der Teil vor der Geburt. Während der Schwangerschaft entwickelt sich der Leib und das Bewußtsein des noch ungeborenen Kindes sozusagen vom Zentrum her nach außen:

Im den ersten drei Monat befindet sich das Bewußtsein des Ungeborenen vollständig im Tiefschlaf (EEG: 2-4Hz).

Im den folgenden fünf Monaten, also im vierten bis achten Monat, befindet sich das Bewußtsein des Ungeborenen zu 80% im Traumzustand (EEG: 4-8Hz) und nur noch zu 20% im Tiefschlaf.

Im neunten Monat kommt dann der Wachzustand (EEG: 8-16Hz) hinzu, dessen Anteil allmählich auf ca. 30% anwächst.

Der Ekstasezustand (EEG: 16-32 Hz) tritt vermutlich das erste mal bei der Geburt selber auf.

Die vorgeburtliche Entwicklung bewegt sich folglich von der Mitte (Tiefschlaf, Identität, Herzchakra) nach außen hin (Ekstase, Geburt, Wurzelchakra und Scheitelchakra) und stellt eine Entfaltung dar.

Die ersten drei Phasen nach der Geburt sind ein Erkennen der Welt und ein Erkennen von sich selber: zunächst das „Ja“ und dann das „Nein!“, die dann gemeinsam zu der Erkenntnis des „Ich!!!“ führen. Dieses „Ich!!!“ entspricht dem bewußten Finden des eigenen Zentrums in der Welt und gehört daher zum Herzchakra.

Die Pubertät wendet sich nun von diesem festen Standpunkt (Ich) aus wieder nach außen der Welt zu (Pubertät) und gestaltet sie den eigenen Wünschen entsprechend (Familie).

In den beiden letzten Phasen kommt es wieder zu einer Besinnung auf das Innen und auf das Wesentliche.

Dieser vierteilige Entwicklungsrhythmus läßt sich graphisch wie folgt als ein Wechsel zwischen den Polen „Ich“ (Herzchakra, Seele) und „Welt“ darstellen:

die Entwicklungsdynamik
Welt die drei Chakrenpaare Herzchakra
Scheitelchakra,
Wurzelchakra:
Drittes Auge,
Hara:
Halschakra,
Sonnengeflecht:
Kontakt + Wahrnehmung Form + Gedanke Impuls + Gefühl
1. Teil:
Zeugung bis
Geburt
1-3 Monat vor
der Geburt
4-8 Monat vor
der Geburt
9 Monat vor
der Geburt
Geburt
2. Teil:
Kindheit
orale Phase:
„Ja“
anale Phase:
„Nein!“
phallische
Phase:
„Ich!!!“
3. Teil:
Jugend und
Erwachsensein
genitale Phase:
„Du?“
adulte Phase:
„Wir.“
4. Teil:
Alter
tutorale Phase:
„Anderes“
geronte Phase:
„Alles“
Tod

Aus den bisherigen Betrachtungen ergibt sich, daß das Leben eine Dynamik hat, die in sieben Phasen gegliedert ist und die von der Zeugung bis zum Tod zweimal von innen nach außen verläuft und zweimal von außen nach innen.

Weiterhin hat sich gezeigt, daß das Bewußtsein des Menschen und daher auch seine Psyche aus dem Zentrum (Herzchakra: Tiefschlaf, Identität) und darum herum aus drei Schichten besteht: zunächst innen um das Zentrum herum die Impulse (Sonnengeflecht und Halschakra: Traumzustand, Gefühle), um sie herum die Formen (Hara und Drittes Auge: Wachzustand, Gedanken) und schließlich ganz außen die Wahrnehmungen (Wurzelchakra und Scheitelchakra: Ekstasezustand, Kontakt).

Es gibt also einen recht detaillierte Lageplan (Chakren) sowie einen „Biographie-Weg“ auf diesem Lageplan, die es ermöglichen, einzelne psychische Vorgänge vor dem Hintergrund größerer Zusammenhänge zu betrachten.

V 2. c) Die Planetenfolge

Es gibt noch eine weitere systematische Darstellung der Psyche, die aus der Astrologie stammt: die Folge der zehn Planeten.

Die Planeten stellen im Horoskop die zehn Fähigkeiten dar, die alle Menschen besitzen. Man kann sie auch als innere Bilder beschreiben. Wenn man sie ihrer scheinbaren Umlaufzeit um die Erde nach ordnet, erhält man eine interessante Folge mit einer deutlichen inneren Logik:

Der Mond ist ein wie kleines Kind. Er nimmt alles wahr, sieht die inneren Bilder, sucht Nähe, sucht Geborgenheit wie ein Säugling und behütet andere wie eine Mutter.

Der Merkur ist wie ein Schüler. Er analysiert und vergleicht und strukturiert die Wahrnehmungen des Mondes und kommt so zu Erkenntnissen. Er ist das Denken, die Sprache, die Logik, die Wissenschaften und die Technik.

Die Venus ist wie eine Jugendliche. Sie bewertet die Erkenntnisse des Merkur: Das mag ich, das ist doof, das finde ich schön, den will ich als Freund, der soll verschwinden ...

Die Sonne ist wie ein König. Sie trifft aufgrund der Bewertungen der Venus Entscheidungen und steuert den Kurs im eigenen Leben. Sie ist das eigene Selbstbild, die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen.

Der Mars ist der Krieger. Er beginnt aufgrund der Entscheidungen der Sonne zu handeln. Er ist die Tatkraft, die Sexualität, das Weinen, das Lachen, der Kampf und der Sport.

Der Jupiter ist der Manager. Er kann aufgrund der Tatkraft des Mars damit beginnen, das eigene Leben zu organisieren, Ziele zu formulieren, Kooperationen mit anderen zu gründen und dann die Früchte zu ernten und zu genießen.

Der Saturn ist der Bewahrer. Er bewacht und schützt und erhält das, was der Jupiter erschaffen hat. Er prüft alles Neue und strebt nach Verläßlichkeit, Beständigkeit und Dauer.

Der Uranus ist der Erfinder. Er sucht und entdeckt das, was jenseits der Grenzen des Saturns liegt und was die bisherige Form verändern, weiterentwickeln und bereichern könnte.

Der Neptun ist der Künstler. Er spürt in das Ganze hinein, auf das der Uranus stellenweise ein Spotlight richtet. Dadurch wird er auch zum Mystiker, zum sozial Engagierten und zum Ökologen.

Der Pluto ist der Zauberer. Er stellt sich in die Welt als Ganzer, die der Neptun ahnend entdeckt hat. Er verwandelt sich und andere und die ganze Welt.

die Planetenfolge
Planet Symbol Urbild Fähigkeit
Mond Kleinkind Wahrnehmung
Merkur Schüler Analyse
Venus Jugendliche Bewertung
Sonne König Entscheidung
Mars Krieger Tat
Jupiter Manager Organisation
Saturn Bewahrer Erhaltung
Uranus Erfinder Erweiterung
Neptun Künstler Verbindung
Pluto Zauberer Verwandlung

Unter diesen zehn Planeten gibt es vier, die deutlich als Gefühlsplaneten erkennbar sind. Die vier Arten von Gefühlen, die sie beschreiben, werden für gewöhnlich außerhalb der Astrologie nur selten klar getrennt wahrgenommen.

Sie unterscheiden sich durch zwei Kriterien: „Bezieht sich das Gefühl auf etwas Allgemeines oder auf etwas Spezielles?“ und „Ist die Richtung des Gefühls von innen nach außen oder von außen nach innen?“

die vier Arten des Fühlens
Bezug
allgemein speziell
Richtung außen => innen Mond Venus
innen => außen Neptun Mars

Der Mond hat ein Bedürfnis und ist daher von außen nach innen hin ausgerichtet: Er möchte Nähe, ihm ist kalt, er ist hungrig. Dabei ist es nicht so wichtig, woher er diese Dinge bekommt.

Die Venus bewertet die Dinge im Außen und ist daher auch von außen nach innen hin ausgerichtet. Sie bewertet jedoch immer ganz konkrete Dinge: Diese Rose ist schön und der da hat eine krumme Nase!

Der Mars bezieht sich wie die Venus stets auf spezielle Dinge: Er will mit einem bestimmten Menschen Sex haben und er kämpft gegen einen konkreten Menschen. Seine Kraft ist von innen nach außen gerichtet und daher aktiv.

Der Neptun fühlt in das Ganze hinein und will es durch Kunst, Sozialengagement, Religion und Ökologie gestalten. Er bezieht sich somit wie der Mond auf das Allgemeine, aber will es aktiv prägen.

Es ist hilfreich, wenn man bei Gefühlen unterscheidet, mit welcher dieser vier möglichen Ausrichtungen man es gerade zu tun hat.

Man kann die Folge der zehn Planeten auch als eine Folge der Dynamiken „Zustand“, „Form-Entwicklung“ und „Kraft-Entwicklung“ darstellen.