Manfred Hildebrand hat während seiner beruflichen Laufbahn in einem großen Unternehmen vielfältige Führungsaufgaben wahrgenommen. Unter anderem hat er große Produktionseinheiten geleitet. Er hat in dieser Zeit viele interessante und effiziente Methoden kennengelernt, mit denen Unternehmen ihre Wettbewerbsfaktoren und ihre Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich verbessern. Er ist überzeugt, dass diese erfolgreichen Methoden, in etwas abgewandelter Form, auch für Privathaushalte sehr wertvoll sind. Haushalte können durch Anwendung dieser Methoden viel Geld sparen.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind

im Internet über www.dnb.de abrufbar.

© 2021 Manfred Hildebrand, Nonnenbrunnen 6, 96279 Weidhausen

Dieses Buch und alle seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Herstellung und Verlag:

BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN 978-3-7392-5992-5

Inhaltsverzeichnis

Private Haushalte sind durchaus mit kleinen Unternehmen und
Betrieben vergleichbar. Auch der Erfolg von Privathaushalten
wird zum Beispiel stark vom Einkauf beeinflusst. Der
Familienalltag unterscheidet sich wenig vom Alltag in einem
Wirtschaftsunternehmen. Auch ein Privathaushalt braucht
Management, damit das Familienbudget geregelt, der Einkauf
organisiert, die Lagerhaltung optimiert und Kosten kontrolliert
werden. Privathaushalte können einiges von erfolgreichen
Unternehmen und Betrieben lernen. Der Untertitel dieses
Buches: »Von Profis lernen!«, soll dies verdeutlichen.

Vorwort

Der Erfolg von Unternehmen und Betrieben wird sehr stark von Innovationen und der systematischen Verbesserung der Wettbewerbsfaktoren geprägt. Die kontinuierliche Optimierung aller Unternehmensprozesse und die stetige Überprüfung und Reduzierung der Kosten beeinflussen diesen Verbesserungsprozess erheblich und nachhaltig. Die viel zitierte Aussage: „Im Einkauf liegt der Gewinn“, verdeutlicht, wie stark der Unternehmenserfolg auch von einem guten Einkauf abhängt. Mit verschiedenen Strategien und zielgerichteten Programmen werden Kosteneinsparungen beim Einkauf realisiert. Alle Mitarbeiter beteiligen sich systematisch und kontinuierlich bei der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Private Haushalte sind durchaus mit kleinen Unternehmen und Betrieben vergleichbar. Auch der Erfolg von Privathaushalten wird zum Beispiel stark vom Einkauf beeinflusst. Der Familienalltag unterscheidet sich wenig vom Alltag in einem Wirtschaftsunternehmen. Auch ein Privathaushalt braucht Management, damit das Familienbudget geregelt, der Einkauf organisiert, die Lagerhaltung optimiert und Kosten kontrolliert und gesenkt werden. Privathaushalte können einiges von erfolgreichen Unternehmen und Betrieben lernen. Der Untertitel dieses Buches: »Von Profis lernen!«, soll dies verdeutlichen.

Auch in Privathaushalten braucht man Strategien, Methoden und Programme, um erfolgreich zu wirtschaften. Solche Strategien und Methoden, die von erfolgreichen Unternehmensstrategien abgeleitet sind, werden in diesem Buch beschrieben. Wenn Sie diese Strategien, Methoden und Programme sowie die genannten Sparpotenziale beachten und nutzen, werden Sie in Ihrem »Haushaltsunternehmen« Erfolg haben.

Für unsere Gesellschaft sind erfolgreiche und wettbewerbsfähige Unternehmen sehr wichtig. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze. Genauso wichtig sind jedoch erfolgreiche Familien und private Haushalte. Von vielen Politikern wird immer wieder zurecht darauf hingewiesen, dass gesunde und erfolgreiche Familien und Haushalte unserer Gesellschaft die notwendige Stabilität geben.

Der Erfolg von Familien und Haushalten wird genau wie der Erfolg von Unternehmen sehr stark von der Zusammenarbeit und dem Arbeitsklima beeinflusst. Auch in Haushalten ist es wichtig, möglichst alle Haushaltsmitglieder in das Haushaltsmanagement einzubinden. Dafür braucht man aber, wie in Unternehmen, gute Strategien und Instrumente.

Dieses Buch soll verdeutlichen, wie vielseitig, anspruchsvoll und wertvoll Haushaltsmanagement ist. Die wichtige Aufgabe der Haushaltsmanagerin bzw. in wenigen Fällen des Haushaltsmanagers wird oft nicht ausreichend anerkannt und gewürdigt. Wenn dieses Buch mithilft, diese oft nicht ausreichende Anerkennung und Würdigung zu fördern, würde ich mich sehr darüber freuen. Dieses Buch soll auch mithelfen, gesunde und erfolgreiche Familien und Haushalte zu realisieren.

Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche Ihnen und auch Ihren Haushalts- und Familienmitglieder viel Freude und viele Anregungen beim Lesen dieses Buches. Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit, Lebensfreude und Lebenszufriedenheit und ich wünsche Ihnen auch, dass Sie mit Ihrem Einkommen immer gut auskommen.

Ihr Manfred Hildebrand

Von Profis lernen

Unter dem Aspekt der Globalisierung müssen Unternehmen und Betriebe innovative Produkte anbieten und systematisch ihre Produktivität steigern, um wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben. Mit vielfältigen Strategien und Verbesserungsprogrammen sichern Wirtschaftsunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit. Im Folgenden werden einige dieser erfolgreichen Strategien und Programme beschrieben. In etwas abgewandelter Form sind diese Strategien und Programme auch für private Haushalte sehr wertvoll.

Plattformstrategie

Diese Strategie ist auch als Modulstrategie zum Beispiel in der Automobilindustrie und in vielen anderen Produktbereichen bekannt. Die Plattformstrategie ist ein strategisches Instrument der Unternehmensführung. Mit dieser Strategie werden Baugruppen und Bauteile standardisiert. Bei unterschiedlichen Automodellen oder Produktmodellen, die sich im Äußeren teilweise stark unterscheiden, werden die gleichen Plattformen bzw. Module verwendet. Mit dieser Strategie werden die Anzahl der Bauteile deutlich verringert und die Produktentwicklungskosten sowie die Fertigungskosten reduziert. Das wirkt sich sehr positiv auf Produktivitätskennzahlen aus und sichert die Wettbewerbsfähigkeit. Trotz dieser Plattformstrategie sind dem Design der Endprodukte keine wesentlichen Grenzen gesetzt. Die Unterscheidungsmerkmale der unterschiedlichen Modellreihen und Produktvarianten bleiben erhalten.

Von Profis lernen: Die Plattformstrategie können Sie in Ihrem Haushalt ganz gezielt bei der Ernährung anwenden. Die Grundnahrungsmittel Kartoffeln, Reis, Nudeln usw. sind Ihre Plattformen. Diese Plattformen sollten Sie auch standardisieren, um mit möglichst wenig Plattformen auszukommen. Ist es zum Beispiel notwendig eine Vielzahl unterschiedlicher Reis- bzw. Nudelsorten zu haben? Selbst mit wenig Sorten können Sie sehr unterschiedliche und abwechslungsreiche Gerichte erzeugen. Die wesentlichen Vorteile dieser Strategie sind: weniger Einkaufsprodukte, geringere Vorratshaltung und reduzierter Lagerraum.

Gleichteilestrategie

Auch diese Strategie hat das Ziel, die Anzahl der Bauteile und auch der Einkaufsteile deutlich zu reduzieren. Bei allen Produkten eines Unternehmens wird geprüft, ob Einzelteile, die sich teilweise nur wenig unterscheiden, nicht vereinheitlicht werden können. Durch diese Gleichteilestrategie wird die Anzahl der Einzelteile um teilweise über 30 Prozent verringert. Mit dieser Strategie werden die Produktkosten, die Einkaufskosten und die Gesamtkosten des Unternehmens weiter reduziert.

Von Profis lernen: Mit der Gleichteilestrategie können Sie in Ihrem Haushalt und hier wieder vor allem bei Ihrer Ernährung alle aktuellen Produkte auflisten. Wenn Sie sich ganz bewusst eine gewisse Beschränkung auferlegen, können Sie zusammen mit einer Standardisierung der Produkte, die Anzahl Ihrer Einkaufsprodukte deutlich reduzieren. Die Umsetzung dieser Strategie bringt Ihnen weitere Vorteile hinsichtlich Vorratshaltung und benötigten Lagerraum.

Die Reduzierung der Produktanzahl wird sich bei Ihren Ausgaben für Nahrungsmittel positiv auswirken. Sie können zum Beispiel Sonderangebote wesentlich gezielter nutzen.

Kanban-System

Kanban ist eine Methode der Produktionssteuerung. Der Name kommt aus dem Japanischen. „Kan“ bedeutet „Karte“ und „ban“ bedeutet „Signal“. Das Kanban-System wurde 1947 in Japan von Taiichi Ohno entwickelt. Der Grund hierfür war die ungenügende Produktivität von Toyota im Vergleich zu amerikanischen Konkurrenten. Ohno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware, die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt.“ Mit dem Kanban-System wird der innerbetriebliche Materialfluss und die Lagerhaltung in den einzelnen Produktionsstufen visualisiert. Die wichtigsten Ziele des Kanban-Systems sind: Reduzierung von Lagerbeständen und damit Reduzierung von Kapitalbindung sowie die Erhöhung der Flexibilität. Bei diesem System erkennt jeder am Produktionsprozess beteiligter Mitarbeiter das Zusammenwirken von Materialfluss und Lagerhaltung. Mit diesem Wissen können alle Mitarbeiter sehr gezielt Verbesserungsmöglichkeiten beim Materialfluss und bei der Lagerhaltung erkennen und deren Realisierung anstoßen.

Von Profis lernen: In Abwandlung der Beschreibung des Kanban-Systems durch Taiichi Ohno behaupte ich: „Es ist möglich, die Lagerhaltung von Einkaufsprodukten nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Haushaltsmitglied entnimmt aus dem Regal, Küchenschrank oder dem Kühlschrank ein Produkt, die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt.“ Wenn Sie Ihre Einkaufsprodukte standardisiert und reduziert haben, können Sie den verbleibenden Produkte einen bestimmten Lagerplatz zuweisen. Durch diese visualisierte Lagerhaltung erkennen Sie sehr einfach, welche Produkte nachgekauft werden müssen. Wie Sie diese Strategie im Detail umsetzen können und welche weiteren Vorteile sich ergeben, wird im Kapitel »Visuelle Lagerhaltung« beschrieben.

Benchmarking

Benchmarking bezeichnet eine Managementmethode, mit der sich durch gezielte interne und externe Vergleiche Verbesserungsmöglichkeiten herausfinden lassen. Das englische Wort Benchmark bedeutet hier »Maßstab«. Benchmarking für Unternehmen ist ein systematischer und kontinuierlicher Prozess des Vergleichens von Produkten und Prozessen. Bei einem externen Benchmarking vergleicht sich ein Unternehmen zum Beispiel mit dem besten Konkurrenten. Mithilfe des internen Benchmarking werden einzelne Unternehmensbereiche oder Abteilungen miteinander verglichen. Durch den Vergleich mit anderen wird ein systematischer Lernprozess im Unternehmen angestoßen, der das eigene Leistungsvermögen weiterentwickelt. Benchmarking ist eine sehr effektive Methode, um von den Besten zu lernen.

Von Profis lernen: Die Strategie des Benchmarkings bzw. die Strategie des Vergleichens können Sie auch in Ihrem Haushalt nutzen. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten können Sie sich zum Beispiel informieren und vergleichen hinsichtlich Ausgaben für die Ernährung, für das Wohnen, für das Auto, für Telefon, für Versicherungen usw. Sie können Ihre Ausgaben auch mit Referenzbudgets vergleichen. Alle fünf Jahre führt das Statistische Bundesamt eine Befragung bei ca. 55.000 Haushalten durch. Die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh) erstellt unter Verwendung dieses Datenmaterials Referenzbudgets für Deutschland. Wie Sie Benchmarking in Ihrem Haushalt gezielt und erfolgreich nutzen können, wird im Kapitel »Benchmarking« erläutert.

Kontinuierliche Verbesserung