Viele von uns kennen Beratungen, beim Steuerberater, bei der Bank, bei Rechtsanwalt, oder auch im Versicherungsbüro. Meiner Erfahrung nach sind Beratungen immer gewünscht, wenn der Kunde einen Anlass sieht. Anlässe sind hierbei Schadensfälle oder vom Kunden initiierte neue Versicherungen.

Geht es jedoch um einen Check-Termin, vergleichbar mit dem TÜV fürs Auto, oder der Regeluntersuchung beim Arzt, so stoßen wir immer auf Verblüffung: „Das habe ich ja noch nie gemacht / machen müssen.“ Oder „Wozu brauche ich das denn? Es ist doch alles OK.“. Wir wissen auch: Meistens ist im Hinterkopf die Sorge, sich für ein weitere Versicherungsprodukt entscheiden zu müssen oder Lücken aufgezeigt bekommen, über die man sich bisher noch keine Gedanken gemacht hat. Natürlich: Auch dies kann in einem Check-Termin bzw. der Analyse herauskommen. Doch vielmehr geht es um die Aktualität von dem, was bisher schon aktiv versichert ist.

Mein Team und ich sind an dieser Stelle auch immer verblüfft und fragen uns ganz andere Fragen: „Warum ist dies so überraschend für diesen Kunden?“ oder etwas kontroverser: „Ist das der Ernst des Kunden, dass zuvor er/sie von einem Versicherungscheck noch nie gehört hat? Ehrlich?“.

Bereit für unser Thema?

Selbst den Check

durchführen

und verstehen,

was ein guter Berater

im Hintergrund macht)…

Ralf Hartmann, MBA

Diplom-Betriebswirt; Versicherungsfachmann

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.

© 2021 Ralf Hartmann – Alle Rechte vorbehalten. ,Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 9783753434018

Greifen wir die Parallele vom TÜV für das Auto auf (oder jede andere Firma, die die Haupt-und Abgasuntersuchungen durchführen): Da steht ein Kunde vor der Werkstatt mit einem Auto, das für den Fachmann ist annähernd in sich zusammenfallend, doch der Eigentümer behauptet tief und fest: „Das Auto ist doch noch gut. Fährt wie am ersten Tag,….“ Der Werkstattmitarbeiter denkt: „Wenn der Eigentümer nun noch ein paar Kilometer fährt, dann tut’s wahrscheinlich bald einen lauten Knall. Hoffentlich passiert nichts schlimmeres….“ Und der Kundendienstmitarbeiter will wissen: „Haben Sie nichts vom TÜV gehört? Haben Sie nichts bekommen, dass Sie zum TÜV müssen? Sind Sie noch nie von der Polizei angehalten worden?“ Der stolze Autobesitzer schüttelt den Kopf. Der Fachmann schüttelt innerlich den Kopf.

Bitte uns richtig verstehen: Wir plaudern hier gewissermaßen aus dem „Nähkästchen“ und möchten etwas im Bewusstsein mit diesem Buch ändern. Ich hoffe, dass ich keinen vor den Kopf damit stoße. Doch zurück zum Vergleich: Warum ist dies dann so klar beim Auto und so schwierig kommunizierbar bei Versicherungen?

Wahrscheinlich liegt das daran, dass Versicherungen erst dann greifen, wenn es passiert ist. Bis dahin sind es unsichtbare Schutzschilde, die oft sogar vergessen werden, aber dann, im Ernstfall, für große Erleichterung sorgen. Genau dies möchte jeder gute Berater für seine Kunden auch erreichen. Doch wie soll das gehen, wenn leider der Schutz der Kunden veraltet ist? Wenn die Puzzleteile, wie z.B. die aktuelle Gesetzes- bzw. Marktlage nicht zum vorhandenen Schutz passen?

Aus eigener Erfahrung steigt dann schnell die Erwartungshaltung und somit auch der Druck auf den Berater. „Ich bin schon sooo lange Kunde, bitte setzen Sie sich für mich ein.“ Oder „Es kann doch nicht sein, dass ich jetzt wegen so einer Kleinigkeit nicht optimal im Schadensfall gestellt bin, nur weil ich mal einen Termin nicht wahrgenommen habe.“ Die Antwort des Beraters könnte eigentlich sehr kurz ausfallen: „Doch – genauso ist es.“

Was Viele nicht wissen: Der Berater sitzt zwischen den Stühlen und bemüht sich zwar stets, um das Wohl seiner Kunden, jedoch gibt es für die Beziehung zwischen Berater und Versicherungsunternehmen auch Spielregeln. Demnach haftet der Berater für seine Dienstleistung und ist auch dafür verantwortlich, wenn seine Kunden nicht den aktuellen Vertragsstand haben. Damit schließt sich leider eine Kulanzforderung, die der Berater natürlich sehr gern für seine Kunden beim Versicherer durchsetzen würde, aus. Schade! Auf der anderen Seite ist der aktuelle Vertragsstand auch der „Job“ des Beraters, unabhängig ob es nun ein Versicherungsagent einer Gesellschaft, mehrere Gesellschaften oder ein Makler ist.

Die einzige Möglichkeit wäre es, einen Fehler einzuräumen. Dies wäre ehrlichkeitshalber nur der Fall, wenn der Kunde keine Informationen zum Versicherungscheck erhalten hätte. Außerdem werden die meisten Berater vorsichtig sein, einen Schaden ohne Notwendigkeit, zu melden, da am Versicherungsschutz für Beratungsfehler (=Vermögensschadenhaftpflicht), auch die Berufszulassung hängt. Das kann schnell zu einem existenziellen Thema werden.

Bevor wir richtig loslegen, hier noch ein Hinweis: Wir sind in unseren Büchern, Workshops, Webinaren und in Social-Media mit unseren Kunden „per Du“. Natürlich richten wir uns im Termin nach den Wünschen. Das respektvolle Du hat sich allerdings bewährt und sorgt dafür, dass die Ratschläge auch wirklich ankommen.

Ich hoffe, dass dies OK für Dich, liebe Leserin / lieber Leser (m/w/d) ist. Sollte ich in diesem Buch einmal nur die männliche oder weibliche Form benutzen, so umfasst dies immer alle Menschen und ist keineswegs diskriminierend gemeint. Es soll bloß den Lesefluss erleichtern. Nun genug der Vorworte und viel Spaß beim Hauptteil.

Dieses Buch wurde nach über zwanzigjähriger Erfahrung in der Kundenberatung und der Führung eines Versicherungsbüros mit über fünfzigjähriger Tradition geschrieben. Ich hoffe, dass ich mit diesem Buch interessierten Personen es erleichtern kann, wie man selbst einen Versicherungscheck durchführt bzw. aufzeigen kann, welche Arbeiten ein Berater im Hintergrund für seine Kunden durchführt. Dies ist meiner Erfahrung nach sehr wenig verbreitet, weshalb auch nicht alle Kunden diese Arbeit so schätzen, wie sie eigentlich zu würdigen wäre. Vielleicht kann dieses Buch etwas dazu beitragen bzw. aufzeigen, wie komplex die ein oder anderen Themen sind.

Der Anspruch soll nicht der eines Fachbuchs für Profis sein, sondern der einer „Do-It-Yourself-Anleitung“ – vergleichbar mit der Anleitung für den Bau eines Baumhauses.

Ich wünsche viel Spaß hiermit und freue mich über Feedback.

Ralf Hartmann

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Zuerst einmal vielen lieben Dank, dass Du bereits bis hierhin gelesen hast. Nun starten wir in kleinen Kapitel die Anleitung des Do-It-Yourself Versicherungs-Checks. Du kannst dieses Buch auf zwei Arten lesen: Von vorn bis hinten oder Du suchst Dir einfach das Kapitel aus, das für Dich am relevantesten im Moment ist.

Wenn Du alles durchgearbeitet hast, kannst Du für zwei Jahre behaupten, dass Deine Versicherungen auf dem aktuellen Stand sind und Du im Schadensfall deutliche Vorteile haben wirst – genauso wie ein guter Berater das für seine Kunden im Gespräch erledigt.

Falls Du zwischendurch zur Überzeugung kommen solltest, aufgeben zu wollen, dann wende Dich doch einfach an den Berater Deines Vertrauens. Er wird Dir für Deine Vorarbeit dankbar sein.

Du kannst natürlich auch dieses Buch nutzen, um zu verstehen, was Du von einer guten Beratung erwarten kannst und auf welche Problempunkte Du auf jeden Fall achten solltest. Du wirst feststellen: Das ist eine ganze Menge, auch wenn Dir nicht alles bisher vielleicht bewusst gewesen ist.

Vielleicht fragst Du Dich, warum ich eigentlich solch ein Buch schreibe und nicht mit einem Spezialthema ein weiteres Fachbuch abliefere. Dazu möchte ich Dir eine kurze Geschichte erzählen, der auch unsere Unternehmens-Mission #beratung4bestfriend erklärt: Ich kam nach einem langen Arbeitstag an einem warmen Sommertag aus dem Wintergarten unseres alten Büros, der als mein Beratungsraum diente und war wirklich platt. Das letzte Gespräch ging fast drei Stunden, war aber sehr erfolgreich. Aufgrund der Wärme war die Tür angelehnt gewesen und meine Mutter sprach mich an: „Meinst Du nicht, dass das Gespräch auch kürzer und einfacher gegangen wäre? Dem Kunden muss doch fast der Kopf explodiert sein.“ Sagte Sie damals zu mir. Ich war zunächst etwas sauer, weil ich diesen Kommentar als geringschätzig und als wenig konstruktiv empfand. Doch bis heute denke ich über diesen Satz nach und sie hatte Recht.

Ich kam gerade frisch von der Uni und war mit Fachwörtern vollgepumpt und Professoren gewohnt. Doch wen hatte ich nun vor mir? Meine Kunden, die letztlich nicht zu einem Fachmann kamen, um danach einen Übersetzer zu fragen, was ich eigentlich in Klartext gesagt habe. Ich analysierte mich selbst und biss mir manchmal auf die Zunge, bremste mich ein. Ein anderer Kollege sagte auch einmal treffend: „Willst Du Deine Kunden zu Beratern ausbilden oder sollen Sie das verstehen, was Sie verstehen müssen?“ Damit hatte er auch völlig Recht. Selbst mein damaliger Studiengangsleiter eröffnete uns ganz klar die Vorgabe zur Diplomarbeit: „Es geht darum, dass jemand, der sich in der Thematik nicht auskennt, das Thema versteht. Geht nicht davon aus, dass es eine gute Note gibt, wenn es nur Fachleute verstehen.“

Diese Einflüsse machten eins klar: Es muss einfach sein und zu dem jeweiligen Kunden passen. So entwickelten wir den Claim: Beratung for best friend – Wir beraten so, wie Du es von Deinem besten Freund erwarten würdest. Dieser einfache Satz umfasst zwei wichtige Komponenten: Zum einen spricht ein bester Freund oder eine beste Freundin mit Dir immer Klartext. Sie/er würde Dir niemals etwas verschweigen, Dich in eine Falle oder Ähnliches tappen lassen. Außerdem kennt Dich diese Person ziemlich gut. Das setzt natürlich auch voraus, dass Du Dich öffnest, denn dann – und auch nur dann – kann Dich diese Person bestens beraten und verstehen. Daraus ergibt sich dann eine Beziehung, die wir auch mit unseren Kunden so anstreben. Warum? Weil es eine optimale und vor allem auch sehr angenehme, sowie wertschätzende Arbeitsweise für beide Seiten auf Augenhöhe ist!

Unsere Kunden bestätigen uns dies regelmäßig. Wobei es, wenn wir bei der Offenheit schon sind, auch ab und an vorkommt, dass wir Interessenten, die leider diese Anforderungen nicht erfüllen, auch wegschicken müssen. Das ist zwar für den kurzfristigen Erfolg schade, aber für den langfristigen Spaß an der Arbeit für Kunde und Berater die deutlich bessere Lösung.

Und nun starten wir mit dem ersten Kapitel!

TEIL I: Verträge sichten und Übersichten erstellen

Verschaffen wir uns erstmal eine Übersicht über das, was Du hast und was bei Dir vielleicht noch fehlt. Hierzu kannst Du entweder klassisch Dir einen Stift und Papier hernehmen oder Du legst eine Tabelle in Deinem bevorzugten Programm auf deinem Computer oder Laptop an. Im ersten Kapitel dieses Teils erkläre ich Dir dies ganz genau.

Im nächsten Kapitel geht es um die Analyse der Tabelle: Wie liest Du die Versicherungsabläufe, die vielleicht gar keine sind, sondern bereits früher kündbar sind? Was solltest Du bestehen lassen und auf welche Tipps von vermeintlich „netten Beratern“ solltest Du lieber nicht hören? Hintergrund kann hier zum Beispiel sein, dass man Dir hier etwas verkaufen möchte, was nicht in Deinem Interesse ist und Du schlimmstenfalls sogar doppelt bezahlst.

Im letzten Kapitel von Teil I geht es um die Angebotsphase. Wie holst Du Dir Angebote ein? Wie überzeugst Du Dein Gegenüber, dass Du das bekommst, was Du auch willst. Du hast richtig gelesen: Manchmal ist es nötig, den Berater von etwas zu überzeugen, obwohl Du der Laie bist und sie/er der Profi. Das kommt ganz darauf an, wie die beratende Person sich selbst sieht und wie kundenorientiert sie arbeitet. Oft bestimmen auch Versicherungsgesellschaften einzelne Versicherungsinhalte, die aber dann doch noch änderbar sind. Kommunikation ist in diesem Kapitel der Schlüssel zum Erfolg.

Beachte, dass einzelne Versicherungsarten und Details von wichtigen Produkten noch später behandelt werden. Du kannst entweder dieses Buch zunächst komplett durcharbeiten oder nach dem Teil I in den jeweiligen Produktteil (z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung / Einkommensschutz) wechseln.

Kapitel 1: Übersicht schaffen und Tabelle anlegen

Wie wichtig der Durchblick ist, zeigt dieses Zitat:

Aufs Ganze zu gehen lohnt sich erst, wenn wir den Überblick gewonnen haben.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Zwischenrufe. Aphorismen, Geest-Verlag 2004

In über 20 Jahren persönlicher Erfahrung bzw. über 50 Jahren Firmenerfahrung im Versicherungsbereich des Familienbetriebs hat sich eins gezeigt: Es kommt auf genaues Arbeiten an, jedoch müssen Übersichten nicht bis in die Perfektion hinein jedes Detail enthalten. Dabei gilt natürlich immer: Es ist Deine Übersicht, also bestimmst Du natürlich auch, was für Dich enthalten sein soll oder muss. Du musst Dich wohlfühlen. Die Tiefe der Information muss für Dich passen und letztlich: Du musst sowohl aufgrund der eingesetzten Zeit, als auch im Endergebnis davon profitieren.

Daher beschränke ich mich auf die wirklich notwendigen Inhalte. Willst Du eine Spalte mehr anlegen, dann mach das. Weniger ist nicht sinnvoll. Vielen (ich nenne Sie einfach mal so) „Anfängern/Anfängerinnen“ ist nicht immer der Sinn bewusst und sie sparen sich beispielsweise die Spalte mit der Versicherungsscheinnummer. Mag ja auch auf den ersten Blick nicht unbedingt wichtig sein! Oder? Doch! Denn Du machst Dir nur doppelte Arbeit. Willst Du später was zum Vertrag wissen oder möchtest Du kündigen, dann brauchst Du diese Nummer. Nochmals heraussuchen ist hierbei wirklich nervig. Vor allem, wenn Du eigentlich die ganze Arbeit bereits schon einmal gemacht hast…

Fangen wir mit der Tabelle an. In der folgenden Abbildung siehst Du ein Muster, was Du auch von mir als Muster per E-Mail anfordern kannst: service@buerohartmann.de . In dieser Tabelle sollten, wie schon erwähnt, die Versicherungsscheinnummer, der Beginn, der Ablauf nach letztem Schreiben oder dem letzten erhaltenen Versicherungsschein, die Versicherungsbezeichnung, wer versichert ist, die Zahlungweise und der Beitrag enthalten sein. Wir empfehlen immer noch zusätzlich den Jahresbeitrag anzugeben, damit man hier besser vergleichen kann.

Vers.nr. Bezeichnung Wer versichert? Begin Ablauf Zahlungsweise Beitrag
12345 Priv. Haftpflicht Familie in häusl.
Gemeinschaft
1.1.202 0 1.1.20 25 Jährlich 100,45€

Tabelle 1: Vorlage für eine Versicherungsübersicht in Kurzform.

Kapitel 2: Die Analyse und typische Fallen beim Kündigen

„Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.“

Josef Anton Bruckner, Komponist

In diesem Kapitel erfährst Du mehr über das Fundament Deines neuen Versicherungsschutzes und die wichtigsten Stolperfallen bei der Analyse Deiner zuvor erstellten Tabelle. Wir arbeiten mit einer Mustertabelle, die aus meiner reinen Fantasie entstanden ist. Somit sind sowohl Preise als auch das Absicherungsniveau keine Empfehlung, sondern einfach so gewählt, dass es ein gutes Anschauungsmaterial abgibt.

Bevor Du die Tabelle aber mit dem Status Quo vergleichst, kommen wir bereits zum ersten Kardinalfehler, den viele Kunden und manche Berater zuerst begehen: Sie schauen sich den bisherigen Schutz an und münzen diesen einfach um. Nichts leichter als das – einfach anfordern und schauen, ob’s wo günstiger wird ist hier oft die Devise. Auch für den (meiner Meinung nach) schlechten Berater: Hier wird über den Preis – und nur über diesen verkauft. Das Argument ist klar, der Termin kurz und die Unterschrift in Reichweite. Hast Du das auch schon einmal erlebt? Ich behaupte: Du warst langfristig mit dem Endergebnis nicht zufrieden oder hattest schlimmstenfalls sogar so richtig Ärger im Schadensfall. Für die Kunden, die sich selbst beraten haben bzw. hier selbst diese kritische Entscheidung getroffen haben, kehr recht schnell Reue ein. Auch wir erleben dies von Kunden, die uns verlassen und dann – weil wir immer die Türen offen stehen haben und nicht nachtragend sind, dass viele von ihnen wiederkommen!

Doch zurück zum Kardinalfehler: Bisherigen Schutz auf den neuen Schutz ummünzen, ist etwa so, wie wenn Du ein Auto kaufst und den Verkäufer bittest in Deine Garage zu schauen, wo Dein altes Auto steht. Macht keinen Sinn? Genau. Denn Du kaufst Dir ja deshalb ein neues Auto, weil sich vielleicht Deine Wünsche oder Dein Lebensumstand geändert hat! Vielleicht hast Du jetzt eine Familie und brauchst mehr Platz - oder die Kinder sind aus dem Haus und Du möchtest endlich Deinen heiß ersehnten Sportwagen haben? Oder Du hast bisher noch gar kein Auto gehabt oder möchtest ein Zweitwagen, ein Cabrio?

Die Möglichkeiten gehen hier ins Unendliche. Genauso auch bei der Analyse der Versicherungen. Daher schauen wir uns nun erstmal mit Hilfe dieser einfachen Fragen, deren Antworten Du Dir bitte aufschreibst, Deine Situation an. Beachte bitte, dass Firmen hier noch einen zusätzlichen Analyse Bedarf haben. Ich beschränke mich in diesem Buch weitgehend auf Privatkunden bzw. den privaten Teil der Unternehmerversorgung (Jeder ist schließlich auch Privatperson). Aber wer weiß – vielleicht gibt es zu diesem Thema ein weiteres Buch? Ansonsten empfehle ich Dir hier, Dich einfach an den Berater Deines Vertrauens zu wenden. Falls Dir niemand einfällt, kannst Du Dich natürlich auch gern an uns wenden. Wir beraten bundesweit über Telefon- und Onlineberatung, haben aber auch Kundschaft die gerne einmal einen Termin mit einem kleinen Wochenendurlaub am Bodensee verbindet .

Hier ein Auszug möglicher Fragen:

Kommen wir nun auf die einzelnen Teilbereiche, wie wir sie auch bei uns in der Beratung aufgliedern: Haftung im Privaten und Verkehr, Dein Auto & Deine Einrichtung bzw. Haus, Dein Status & Einkommen, Deine Familie und Angehörigen bei schlimmen Unfällen und im Todesfall, der Pflegefall, deine Zukunft und Sparen, Reisen, sowie die Gesundheitsabsicherung des ganzen Haushalts.

Fangen wir mit dem Bereich Haftung und Verkehr an:

Ebenso wichtig ist die Bereitschaft der Versicherung, auch bei Vergleichen (Fachchinesisch: Außergerichtliche Einigung) zu zahlen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Du eine Einigung ohne Urteil vor Gericht erzielst, und 60% des geforderten Betrag bekommst. Der Vorteil hiervon ist: Das ist sicher – das Urteil später hängt allein vom Richter ab. Hier könntest Du auch leer ausgehen. Wie man hier im Schwäbischen sagt: „Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“

Bei Außergerichtlichen Einigungen müssen jedoch beide Parteien ihre Kosten nach einer Vereinbarung bezahlen. Das bedeutet, dass Du ohne die Übernahme vom Rechtsschutzversicherer Du einen Teil der Gerichtskosten und Anwaltskosten tragen müsstest. Dadurch verringert sich natürlich der Betrag, den Du im Vergleich angeboten bekommen hast. Deshalb ist es wichtig, dass der Rechtsschutzversicherer auch diesen Teil übernimmt – auch im Falle eines Vergleichs.

Im nächsten Bereich: Auto und Eigentum solltest Du folgende Überlegungen anstellen und auch gut notieren, damit Du am Schluss Dir selbst oder Deinem Berater eine Art „Wunschzettel“ präsentieren kannst. Ganz ähnlich, wie Du ein Auto konfigurierst, und dann die Zusammenstellung vor der Bestellung des neuen Fahrzeugs mit dem Verkäufer besprichst:

Als kleine Hilfe: Zerstöre diesen Wert einmal gedanklich und überlege die Konsequenzen. Je nachdem, wie schlimm das für Dich ist, empfehlen wir Dir, es zu versichern oder Dir ggf. das Geld für diese Versicherung zu sparen.

Im Bereich Status & Einkommen geht es sowohl um das Jetzt und Heute, als auch um Deine Zukunft. Denn ganz einfach gesagt: Wenn Dein Gehalt nicht mehr fließt oder Du aus Deiner selbstständigen / freiberuflichen Arbeit keine Erträge mehr generieren kannst, dann sieht die Zukunft leider recht düster aus. Mehr dazu auch im entsprechenden späteren Kapitel, hier beschränken wir uns nur auf die grundlegenden Überlegungen, die Du für alle Haushaltsmitglieder durchführen solltest:

Als nächster Punkt schau‘ Dir doch einmal Deine Familie und die Angehörigen bei schlimmen Unfällen und im Todesfall an:

Womit wir thematisch eigentlich schon beim Pflegefall sind, der leider auch zu oft vorkommt. Bitte mach‘ nicht den Fehler und denke an Altersheim und Co. Denke vielmehr an Reha, an einen der prominentesten Pflegefälle, nämlich Michael Schumacher und auch daran, dass es ihm in seiner Freizeit – nicht im Rennsport (also auf der „Arbeit“) passiert ist. Wie oft hören wir: „Was soll mir denn schon passieren?“ oder „Ich hab‘ doch gar nicht so nen gefährlichen Job.“ Die Antwort ist immer gleich: „Das muss auch nicht sein, denn die meisten Unfälle passieren in der Freizeit oder beim Sport bzw. Pflegefälle werden oft auch durch Krankheit hervorgerufen.“ Dagegen ist leider keiner immun. Wir können leider nur das zweitbeste tun: Hier vorsorgen, damit die immensen Kosten nicht an Dir und Deinen angehörigen „kleben bleiben“.

Glücklicherweise hat sich hier gesetzlich einiges getan, sodass geringe Einkommen nicht mehr sich Sorgen für den Pflegefall machen müssen. Hast Du aber ein Haus, bzw. Deine Kinder Vermögen in jeglicher Form, dann kann dies schon wieder anders aussehen. Auf diese spezifischen Situation können wir leider in diesem Buch nicht eingehen, dennoch lohnt es sich mit diesem Thema zu beschäftigen, damit Du bereits gedanklich ein Stück weiter bist:

Nach so vielen Themen über Deine Liebsten, geht es nun wieder um Dich und Deine Zukunft sowie das Sparen. Denn irgendwann versiegt der Strom der Gehaltszahlungen und Du befindest Dich in Rente. Eine schöne Vorstellung, einmal viel Zeit zu haben, nicht mehr morgens sich auf die Arbeit begeben zu müssen. Andererseits auch eine ganz neue Situation, die Viele erstmal überfordert. Ich denke hier an meinen Vater, dem anfangs sein Rentner-Dasein recht schwer gefallen ist und am liebsten weiterhin jeden Tag weitergearbeitet hätte.

Sicherlich – Als Selbstständiger mag dies auch anders sein, als bei dem ein oder anderen Angestellten. Wir wissen aber: Jeder, der seine Arbeit wirklich genießt, dem fällt dieser Übergang schwer. Wieviel schwerer muss es dann sein, wenn Du es leider auch finanziell extrem merkst? Stell Dir mal ein Leben vor, wie jetzt, nur mit viel viel mehr Zeit und - sagen wir mal 1.000€ - 1.500€ (je nach vorherigem Gesamteinkommen) weniger Geld! Eine nicht wirklich so angenehme Situation. Natürlich brauchst Du dann in der Rente Deine Altersvorsorge nicht mehr zu bezahlen – fährst auch nicht mehr so viele Kilometer, weil Du nicht zur Arbeit musst. Brauchst vielleicht auch nicht mehr so viel Geld für Mittagspause, weil Du zu Hause essen kannst…

ABER: Du wirst Dir, wie fast alle anderen auch, überlegen, was Du in dieser Zeit mit Deinem Partner/in tun kannst. Vielleicht mal ein Kurztrip in eine Stadt? Vielleicht Freunde besuchen oder einfach nur mal schick was essen gehen? Theater, Kultur, Kino, Konzert, oder vielleicht einmal Campen? Du wirst jetzt sagen: Soviel kostet das doch nicht. Sicherlich – nur unsere Erfahrung mit unseren Rentner-Kunden zeigt: Dies ist ja jeden Tag möglich und viele davon machen dies auch fast täglich. Dann brauchst Du auf einmal sogar mehr Geld als in Deiner Arbeitsphase. Verrückt, oder? Aber eigentlich logisch…

Denk‘ doch nur einmal an einen Urlaub. Auch hier hast Du viel Zeit. Du siehst viel Neues und alles ist irgendwie spannend und interessant. Vielleicht hast Du eine Pauschalreise gebucht und bist zumindest, was die Kosten in Hotel, Flug und Essen anbelangt, safe. Doch Du weisst, was noch alles dazukommt. Die kleinen Souvenirs, die Dinge, die nicht eingeplant sind, etc….

Genauso ist es auch bei der Rente. Daher empfehlen wir unbedingt vorzusorgen. Natürlich bedeutet das für Dich: Das was Du jetzt einzahlst, hast Du später in Form einer lebenslangen Rente oder auf einem Investmentkonto (oder idealerweise beides in Kombination). Das heißt aber auch, das Geld fehlt Dir aktuell. Somit musst Du vielleicht auch etwas verzichten. Nicht schön – aber notwendig!

Hier kommen nun Deine Fragen zum Thema Zukunft: