Briefe 1800 – 1804

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

 

Inhalt:

 

1800

1801

1802

1803

1804

 

 

 

Briefe 1800 - 1804, J. W. Goethe

Jazzybee Verlag Jürgen Beck

Loschberg 9

86450 Altenmünster

 

ISBN: 9783849616472

 

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1800

 

15/4168.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich war im Stillen herzlich erfreut gestern Abend mit Ihnen das Jahr und da wir einmal 99er sind auch das Jahrhundert zu schließen. Lassen Sie den Anfang wie das Ende seyn und das künftige wie das vergangene.

    Ich bin heute bey Gores zu Tische, wo man spät wegkommt. Ich werde Sie aber auf alle Fälle in der Oper aufsuchen.

    Leben Sie recht wohl und bringen Ihrer lieben Frauen zum neuen Jahr auch die besten Grüße und Wünsche.

    Weimar am 1. Jan. 1800.

G.

 

15/4169.

 

An August Wilhelm Schlegel

 

    Mit den freundlichsten Wünschen zum neuen Jahre sende ich das fünfte Propyläenstück, dem ich Ihren und der Ihrigen Antheil wünsche.

    Von den alten französischen Romanen habe ich nichts im Original auftreiben können, indessen ist mir ein betagter deutscher Foliant in die Hände gefallen, der den Titel des Buchs der Liebe führt und in welchem sich die Geschichte des Tristans und der Iselde befindet. Zwar weiß ich nicht, ob es eine Übersetzung oder Umarbeitung ist, doch wenn Sie daß Buch überhaupt noch nicht gesehen haben, so wird es interessant seyn es durchzulaufen.

    Ich habe mich bisher möglichst fleißig gehalten und besonders an dem allgemeinen Schema der Farbenlehre fortgearbeitet, wobey mich Herrn Professor Schellings Neigung zu meiner Arbeit nicht wenig gefördert hat.

    Vielleicht schicke ich bald eine Abschrift meiner Elegieen zu nochmaliger gefälliger Durchsicht.

    Sagen Sie mir doch auch was Sie und Ihre Nächsten in dieser Zeit vorgenommen haben.

    Leben Sie recht wohl und gedenken mein.

    Weimar am 1. Januar 1800.

Goethe.

 

15/4170.

 

An Carl Ludwig von Knebel

 

    Möge dir das fünfte Stück der Propyläen zum neuen Jahre eine angenehme Gabe seyn und dir die langen Winternächte verkürzen helfen. Es ist mir eine angenehme Empfindung mich auf diese Weise mit entfernten Freunden zu unterhalten. Ich hoffe du sollst bald noch andere Früchte meines Fleißes sehen, den ich so wenig als möglich unterbreche und der mein ganzes Glück macht.

    Du erhältst beyliegend 50 rthlr deiner Pension. Es ist bey der Kammer dieses Jahr ein kurioser Umstand, sie zahlen nicht aus als wenn man Sechser nimmt.

    Das wollte ich für dich nicht thun, theils weil das Agio doch immer auch etwas macht, theils aber weil eine Parthie unächter Sechser coursiren, wovon die Kammerpackete nicht ganz frey sind. Sobald die Sache wieder leidlich im Gleis ist sollst du auch befriedigt werden.

    Schiller ist hier zu meinem großen Troste, er ist nach seiner Art ziemlich gesund, munter und thätig.

    Lebe wohl in deiner Einsamkeit, gedenke mein und schreibe mir von Zeit zu Zeit.

    Weimar den 1. Jan. 1800.G.

 

15/4171.

 

An Friedrich Schiller

 

    Gestern blieb ich zu lange bey Gores um noch in die Comödie gehen zu können.

    Heute frage ich an, wie Sie sich befinden und was Sie diesen Abend vorhaben? Ich bin zu Hause, nicht ganz wie ich seyn sollte; aber immer erfreut wenn Sie mich besuchen möchten.

    Am 2. Januar 1800.

G.

 

15/4172.

 

An Friedrich Heinrich Jacobi

 

    Ich erhielt deinen lieben Brief eben als ich mich hatte bereden lassen wieder einmal die Eisbahn zu besuchen, und konnte mich also gleich, unter freyem Himmel, bey schönem Wetter, deines Andenkens erfreuen.

    Dieses dein Lebenszeichen ist mir höchst willkommen, da deiner so oft auch in unsern Cirkeln gedacht wird. Meine alte Liebe ist dir Bürge, daß es mir immer eine sehr angenehme Empfindung macht, wenn diejenigen, die sonst nicht viel gelten lassen, deiner in Ehren gedenken.

    Den Brief an Fichte hatte ich schon im Manuscript gesehen, im Drucke war er mir, gehaltvoll wie er ist, schon wieder neu, besonders erhält er durch die Beylagen seine völlige Rundung.

    Der Anblick einer, von Hause aus, vornehmen Natur, die an sich selbst glaubt und also auch an das beste glauben muß dessen der Mensch auf seinen höchsten Stufen sich fähig halten darf, ist immer wohlthätig und wird entzückend, wenn wir Freundschaft und Liebe gegen uns in ihr, zugleich mit ihren Vorzügen, mit empfinden.

    Seit der Zeit wir uns nicht unmittelbar berührt haben, habe ich manche Vortheile geistiger Bildung genossen. Sonst machte mich mein entschiedener Haß gegen Schwärmerey, Heucheley und Anmaßung auch gegen das wahre ideale Gute im Menschen, das sich in der Erfahrung nicht wohl ganz rein zeigen kann, oft ungerecht. Auch hierüber, wie über manches andere belehrt uns die Zeit, und man lernt: daß wahre Schätzung nicht ohne Schonung seyn kann.

    Seit der Zeit ist mir jedes ideale Streben, wo ich es antreffe, werth und lieb, und du kannst denken wie mich der Gedanke an dich erfreuen muß, da deine Richtung eine der reinsten ist die ich jemals gekannt habe.

    Wenn ich dir von mir sagen sollte, so müßte ich weitläufig seyn; denn die drey oder vier Jahre haben manche Veränderung in mir hervorgebracht.

    Nachdem ich den vergeblichen Aufwand eines dilettantischen Strebens nach bildender Kunst eingesehen hatte, wollte ich mir zuletzt noch ein reines Anschauen des höchsten was uns davon übrig ist verschaffen. Mein Freund Meyer war deshalb schon 1795 nach Italien vorausgegangen und eben als ich mich losgelöst hatte ihm zu folgen, war die Verwirrung so groß daß ich nur bis in die Schweiz kam. Die Folge hat bewiesen daß wir wohl thaten wieder nach Hause zu kehren.

    Was wir aus diesem allgemeinen und besondern Schiffbruche retten, magst du, wenn es dich interessirt, aus den Propyläen von Zeit zu Zeit ersehen.

    Von poetischen Ideen und Planen liegt manches vor mir, es kommt auf gut Glück an, ob und wie bald etwas davon zur Ausführung gedeiht.

    Mit einer sehr angenehmen Empfindung arbeite ich nunmehr an der Farbenlehre. Nachdem ich mich beynahe 10 Jahre mit dem Einzelnen durchgequält habe, so sehe ich die Möglichkeit dieses schöne und reiche Capitel, das bisher theils vernachlässigt, theils mit vorsätzlicher Dumpfheit obscurirt worden ist, sowohl in sich selbst zu vollenden und aufzuklären, als auch mit dem Kreis der übrigen Naturerscheinungen zu verbinden. Die Arbeit ist noch immer groß die vor mir liegt, indessen kann ich hoffen sie zu vollenden.

    Sie hat mir übrigens große Vortheile gebracht, indem ich dabey genöthigt war sowohl gegen Erfahrung als Theorie Face zu machen, und mich also nach beyden Seiten gleich auszubilden suchen mußte. Dabey kam mir zu statten daß ich von jeher, beym Anschauen der Gegenstände, auf dem genetischen Weg mich am besten befand, so daß es mir nicht schwer werden konnte mich zu der dynamischen Vorstellungsart, welche uns bey der Betrachtung der Natur so herrlich fördert, zu erheben.

    Ich wünsche daß dich dieses Specimen, wenn es dereinst wird zu Papiere gebracht seyn, in guter Gesundheit antreffen und dir einen guten Tag machen möge.

    Wenn du dich nur nicht zu weit hinten in Norden gebettet hättest, wo ich wohl kaum Hoffnung habe dich zu besuchen! Es mag dir zwar ganz gut und gemüthlich daselbst seyn; doch da du einmal an den Rhein nicht wieder zurückzukehren gedachtest, so hätte ich gewünscht dich an einem Ort wie Dresden wohnhaft zu sehen, der doch mitten in der bewohnten Welt liegt, an Reizen der Natur und Kunst reich ist und von Fremden viel besucht wird. Da hätte man denn freylich hoffen können sich jährlich einmal zu sehen. Doch müssen wir auch jetzt nicht verzweifeln uns im Leben noch irgendwo zu finden. (Die Fortsetzung nächstens.)

    Weimar d. 2. Jan. 1800.

G.

 

15/4173.

 

An Friedrich Schiller

 

    Es ist eine harte Zumuthung, und wenn sie einem von Shakespear gemacht würde, daß man ein Stück, das morgen aufgeführt werden soll, heute soll vorlesen hören. Fassen Sie sich also auch in diese Gedulds- und Leidensprüfung. Sie treffen mich auf alle Fälle und machen mir um 8 Uhr, oder auch später, durch Ihre Gegenwart, viel Freude. Ich habe mich diese paar Tage im Stillen auf mehr als Eine interessante Weise beschäftigt. Meyer ist recht guten Humors und es würde uns diesen Abend um recht vergnügt zu seyn nur Ihre Gegenwart fehlen.

    Weimar am 3. Jan. 1800.

G.

 

15/4174.

 

An den Prinzen August von Sachsen-Gotha

 

[Concept.]

[3. Januar.]

    Sie haben mir, bester Fürst, durch Ihren letzten Brief zum Schlusse des Jahrs eine so besondere Freude gemacht, daß ich Ihnen dafür, so wie für den Anlaß den Sie mir dadurch geben Ihnen wieder einmal zu schreiben, den lebhaftesten Dank sagen muß. Nehmen Sie daher den aufrichtigen Ausdruck meiner unveränderlichen Liebe und Verehrung zum Neuen Jahre, wo nicht zum neuen Jahrhundert, freundlich auf, mit den herzlichsten Wünschen für Ihr Wohlseyn, das mich, wenn ich gleich unter die lange Schweigenden gehöre, immer aufs innigste interessirt.

    Wie ein Stein geschwinder fällt je länger er fällt, so scheint es auch mit dem Leben zu gehen, das meinige wird, so still es von außen aussieht, immer mit größerer Heftigkeit fortgerissen. Die vielen Fäden der Wissenschaften, Künste und Geschäfte, die ich in meinen frühern Zeiten angeknüpft habe, laufen nun immer enger zusammen, kreuzen und drängen sich, so daß es meiner ganzen Ordnungsgewohnheit bedarf, damit kein Gewirre entstehe.

    Zu dem, vielleicht manchem sonderbar scheinenden Unternehmen, den Voltairischen Mahomet zu übersetzen, hat mich der Wunsch meines Fürsten gleichsam hingedrängt. Ich bin ihm so unendlich viel schuldig, indem ich ihm eine Existenz verdanke, ganz nach meinen Wünschen, ja über meine Wünsche, welches bey einer wunderlichen Natur wie die meinige nicht wenig sagen will, daß ich es für Pflicht hielt so gut ich konnte sein Verlangen zu erfüllen.

    Das Stück erhalten Sie mit dem montägigen Wagen und wer kann besser urtheilen als Sie mein Fürst ob ich mit dieser Arbeit nicht ganz unglücklich gewesen bin; da Sie die beyden Sprachen mit ihren Eigenthümlichkeiten so genau kennen.

    Darf ich bitten das Exemplar nicht aus Händen zu geben und es mir gelegentlich wieder zurück zu schicken. Mögen Sie es mit einem Urtheil über das Ganze, mit Bemerkungen über das Einzelne begleiten, so werden Sie zu dem vielfachen Guten das ich Ihnen schuldig bin noch eine neue Wohlthat hinzufügen.

    Den 30. Jan. zum Geburtstag unserer verehrten Herzogin, wird das Stück zum erstenmal gegeben, wo es denn freylich eine zweyte Übersetzung erleiden wird.

    Leben Sie recht wohl, bester Fürst, und gedenken Sie mein mit fortdauernder Neigung. Möchte mir doch einer meiner lebhaftesten Wünsche, womit ich das neue Jahr begrüße, gewährt seyn, der nämlich, daß ich während des Laufs desselben Gotha wieder besuchen und erfahren könne daß die Gesinnungen meiner verehrten Gönner und Freunde sich nicht geändert haben.

    Ich scheide mit einem tausendfältigen Lebewohl.

 

15/4175.

 

An Wilhelm von Humboldt

 

[Concept.]

[4. Januar.]

    Ihr lieber Brief aus Madrid ist schon vor einigen Wochen angekommen und ich zaudre nicht länger Ihnen zu schreiben, wenn ich Ihnen gleich nicht eben viel bedeutendes zurück geben kann.

    Was ich Ihnen schrieb, daß mir Ihre Reise nach Spanien statt einer eignen dahin gelten würde, geht wirklich schon durch Ihren letzten Brief in Erfüllung. Ich bin Ihnen gern durch Frankreich gefolgt und als ich Sie in den Pyrenäen wandern sah erinnerte ich mich, daß eine mineralogische Reise durch dieses interessante Gebirg, von einem La Peyrouse, die ich niemals angesehen hatte, unter meinen Büchern stehe. Da fand ich denn Specialkarten, mineralogische Bemerkungen, auch manches was sonst dem Reisenden auffällt. Zeichnungen von einzelnen interessanten Gebirgstheilen z.B. aus dem Thal von Cauterets, sogar den Vignemale, in einer zwar erbärmlichen, aber doch nicht ganz charakterlosen Darstellung.

    So habe ich auch einige Reisebeschreibungen mit mehrerem Antheil durchblättert. Eine Karte von Spanien ist an meiner Thüre angenagelt und so begleite ich Sie in Gedanken und hoffe, daß Sie mich nach und nach immer weiter führen werden.

    Sogar habe ich mich den spanischen Schriftstellern wieder genähert und neulich das Trauerspiel Rumancia von Cervantes mit vielem Vergnügen gelesen.

    Was Sie uns schicken soll uns immer willkommen seyn, und was Ihre liebe Reisegefährtin für uns aufspart nicht weniger.

    Nun einiges von unseren Zuständen:

    Schiller ist hier, seine Frau wieder wohl, sie und ihre Schwester werden Ihnen wohl geschrieben haben.

    Wir haben diesmal einen sehr dramatischen Winter. Kotzebue ist auch hier. Heute wird Gustav Wasa von ihm gegeben, ein historisches Schauspiel, worin 36 redende Personen vorkommen.

    Den 30. Januar wird mein Mahomet gegeben, bald darauf wird wohl die Maria von Schiller aufs Theater kommen, davon wir Ihnen denn die Repetitionen auf künftigen Winter versprechen können.

    Der November und ein Theil des Decembers waren sehr schön und gelind, nun haben wir Kälte und Schnee, wie es der Zeit gemäß ist, ohne Unterbrechung. Sie genießen wahrscheinlich jetzt einer sehr angenehmen Witterung.

 

15/4176.

 

An Friedrich Schiller

 

    Es ist schon 3 Uhr und ich habe noch keine Nachricht von Ihnen. Verzeihen Sie mir also, liebster Freund die Anfrage: ob Sie heute wieder mit den Kranichen, gegen die Jahrszeit, nach Norden ziehen, oder sonst ein Vorhaben ausführen wollen. Auf alle Fälle bitt ich um Nachricht, damit ich mich darnach richten könne, wenn ich allenfalls in Versuchung käme Malepartus auf kurze Zeit zu verlassen.

    6. Jan. 1800.

G.

 

15/4177.

 

An Franz Kirms

 

    Ist Herr Hübsch kein komischer Sänger, so wird er hier sein Glück nicht machen, denn das hiesige Publikum siehet mehr auf die Possen als auf den Gesang. Sollte er auf der andern Seite gefallen und er suchte wirklich kein Engagement, so urtheilt doch das Publikum immer nachtheilig für die Direktion, als wenn alle guten deutschen abgewiesen würden. Meine Stimme wäre, ihn abzuweisen wenn er kein komischer Sänger ist.

    Weimar den 7. Januar 1800.

G.

 

15/4178.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich war eben im Begriff Sie einzuladen, denn es wird mir nicht erfreulich seyn diesen Abend ohne Sie zuzubringen. Doch wünsch ich Segen und Gedeihen zum edeln Vorhaben. Ich stecke ein wenig in physicis. Morgen also um halb sechse assistiren Sie wohl bey der Lese Probe.

    W. d. 8. Jan. 1800.

G.

 

15/4179.

 

An Christian Gottlob Voigt

 

    Herrn von Todewart bin ich auf inliegenden Brief noch eine Antwort schuldig. Wollten Sie wohl die Güte haben mir zu sagen: auf welchem Wege man ihm am kürzesten zu seinen Auslagen verhülfe.

    Ich danke nochmals für Ihre gestrige freundliche Gegenwart. Wenn ich Schillern heute sehe so werde ich ihn fragen, ob er sich von seinem Entsetzen über die facta turpia der Hoch- und Wohlgeb. wieder erholt hat.

    Der ich recht wohl zu leben wünsche.

    Am 8. Jan. 1800.

G.

 

    Könnte man bey dem bevorstehenden Ableben der guten Obermarschallinn nicht etwa auf einen Stadtwagen und sonst einiges häusliches brauchbare, gegen leidliche Bezahlung speculiren?

 

15/4180.

 

An Friedrich Schiller

 

    Gestern übereilte ich mich als ich Sie auf heute zur Leseprobe einlud. Sie ist erst morgen.

    Mögen Sie den heutigen Abend mit mir allein zubringen, so sind Sie schönstens eingeladen. Wie sieht es mit den Stanzen aus?

    Wollten Sie eine Stunde spazieren fahren, so hohle ich Sie um 12 Uhr mit dem Schlitten ab.

    d. 9. Jan. 1800.

G.

 

15/4181.

 

An Carl Ludwig von Knebel

 

    Da wir das letzte Stück der Propyläen nach Möglichkeit auszustatten gedachten, so ist uns ein Beyfall wie der deine, der so frisch und freundlich zu uns kommt, freylich sehr erwünscht und es ist mir sehr angenehm daß du meinem Mahomet ein gutes Zeugniß giebst. Die Gelegenheit zur Vergleichung mit dem Original sollte den denkenden Deutschen auffordern über das Verhältniß der Kunst beyder Nationen nachzudenken. Gebe mir der Himmel mehr solche Leser wie du bist.

    Magst du etwa einem auswärtigen Freunde, dem die Propyläen nicht gerade in die Hände kommen, einige Notiz geben von dem Stücke überhaupt und der neuen Preisaufgabe, so liegen einige Exemplare bey des Bogens, den ich besonders habe abdrucken lassen.

    Die Übersetzung schicke ich dir ganz, sobald ich eine Abschrift entbehren kann.

    Dein Geld sollst du, hoffe ich, ehestens erhalten.

    Heute sage ich nichts weiter denn die Zeit ist kurz.

    Weimar am 10. Jan. 1800.

G.

 

15/4182.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich komme mich nach Ihrer Gesundheit zu erkundigen und habe allerley Vorschläge zu thun.

    Möchten Sie wohl mit ins Schloß kommen? Es ist heute nicht kalt und es geht keine Luft. Ich würde Sie im Schlitten abholen und Sie würden verschiednes sehen, das Sie interessiren müßte. Wir könnten alsdann wegen des Rests des Tages uns weiter besprechen.

    Heute früh war die kleine artige Palmire bey mir, die sichs wirklich recht angelegen seyn läßt. Wenn es möglich wird ihre klare Natur in den ersten Acten zu verschleyern, so kann es gut werden, für die letztern ist mir nicht bange.

    Von Herrn von Wolzogen habe ich die Costums holen lassen, worunter sich manches brauchbare befindet.

    Mündlich mehr, besonders über meine wunderliche Empfindung, da ich heute anfing die Iphigenia zu lesen. Ich bin nicht weit hinein gekommen – doch ich will nicht anfangen zu reden, weit so mancherley zu sagen ist.

    Leben Sie wohl. Ich kann Sie gleich abholen, wie Ihre Antwort zu mir zurück kehrt.

    Am 13. Jan. 1800.

G.

 

15/4183.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich hatte gehofft Sie heute Abend bey mir zu sehen und war eben im Begriff Sie einzuladen. Doch in der Hoffnung daß Ihre Unterhaltung mit sich selbst auch künftig für uns erfreulich seyn wird, so will ich mich drein ergeben daß ich heute auf Ihre Unterhaltung Verzicht thun muß.

    Gestern suchte ich Sie in der Loge in dem ersten und zweyten Act, und konnte nicht erfahren wo Sie hingerathen waren.

    Leben Sie recht wohl. Morgen hören Sie bey Zeiten was von mir.

    Weimar am 19. Jan. 1800.

G.

 

15/4184.

 

An Friedrich Schiller

 

    Sie erhalten hiermit verschiedenes. Ein Packet Siegellack umwickelt von dem Humboldtischen Brief, ingleichen die Iphigenia zurück, welche wohl schwerlich, selbst durch die Künste des Herrn von Eckardtshausen, wie uns solche erst kürzlich durch den Reichsanzeiger offenbart worden, zu palingenesiren seyn möchte.

    Es ist sehr freundlich daß Sie die Schauspieler morgen nach der Probe bewirthen mögen. Es kann dabey manches zweckmäßige verhandelt werden, besonders da es ihrer nicht viel sind.

    Wenn Sie mich heute Abend besuchen mögen, so soll es mich sehr freuen, da ich mich nicht in den besten Umständen befinde; hoffentlich bekommt Ihnen der niedrige Barometerstand desto besser.

    Weimar am 20. Jan. 1800.

G.

 

15/4185.

 

An Christian Erdmann Conta

 

[Concept.]

    Ew. Wohlgeb. erlauben, daß ich mich in einer Angelegenheit, die den Sohn eines alten Bekannten betrifft, an Dieselben wende und um gefällige Vermittelung darin ersuche.

    Ein junger Mensch, Nahmens Ferdinand Henking, von Heidelberg, steht gegenwärtig in der Tromsdorfischen Apotheke zur Lehre und scheint mit seinem Zustande keinesweges zufrieden zu seyn.

    Dürfte ich Ew. Wohlgeb. ersuchen denselben zu sich kommen zu lassen, ihm beyliegenden Brief zu übergeben und von ihm mündlich zu vernehmen, worinn eigentlich seine Beschwerden bestehen. Sie werden alsdann leicht ermessen in wie fern sie etwa zu heben seyn möchten? Ob man wohl thun wird etwa Herrn Tromsdorf selbst anzugehen? ob Sie es vielleicht mündlich thäten oder ob ich von hier aus schriftlich mich an ihn wenden sollte? Worüber ich mir Ihre gefällige Meinung erbitte.

    Verzeihen Ew. Wohlgeb. die Mühe, die ich hierdurch verursache; allein der junge Mensch hat Ansprüche an meine Fürsorge, theils weil ich seinen seligen Vater in frühern Zeiten wohl gekannt, theils, weil ich mit seinen Verwandten noch in Verhältniß stehe.

    Er ist, so viel ich weiß, von guter Art, und da er dereinst eine eigne ansehnliche Apotheke zu besorgen haben wird, so ist es um so wünschenswerther daß er eines guten und hinlänglichen Unterrichts genieße.

    Der ich recht wohl zu leben wünsche und mich zu geneigtem Andenken empfehle.

    Weimar am 29. Jan. 1800.

 

15/4186.

 

An Carl Ludwig von Knebel

 

    Hierbey erhältst du das Geld, das schon einige Zeit bey mir lag und nur auf einen Boten wartete.

    Wegen deines Teleskops hätte ich folgendes zu sagen:

    Sogleich einen Kaufmann dazu zu verschaffen wird vielleicht schwer fallen, die hießige kleine Sternwarte ist längst geschleift und sonst sind auch die Umstände so daß man an eine solche Acquisition nicht leicht denken kann.

    Indessen wenn du mir das Werk gelegentlich senden willst, so habe ich in meinem Hause wohl Gelegenheit es aufzustellen und durch unsern geschickten Mechanikus Auch, der sich aus Schwaben hieher begeben hat, in vollkommene Ordnung bringen zu lassen. Vielleicht verspräche man einem solchen Manne einige Procente, wenn das Werk durch sein Zuthun verkauft würde, man ließe es in den Ephemeriden und sonst ausbieten, man ließe Fremde, die hier sind oder durchgehen, den Mond einmal darin beschauen und so fände sich in der großen deutschen Welt vielleicht bald ein Liebhaber, wenn sich jeder gleich selbst überzeugen könnte daß das Werk in gutem Stand ist.

    Zum Transport könnte ich ja wohl einmal eine Extrafuhre, ohne daß es uns was kostet, hinaufschicken. Schreibe mir deine Gedanken darüber.

    Überhaupt mag ich die Sache ansehen wie ich will, so glaube ich es wird besser seyn die Waare aufzustellen und aufzuputzen, wenn man die Käufer locken will. Man müßte Bertuch, Gaspari, der gegenwärtig hier ist, und wer sich sonst mit dergleichen Dingen befassen mag, interessiren. Mit Hülfe des gedachten Auchs eine recht kunst und handwerksgerechte Beschreibung liefern, auch einige Observationen über die Mondsgegenden machen und dasjenige was man sieht mit den Schröderischen Selenotopographischen Tafeln vergleichen, welches das beste wäre um Liebhaber von der Wirkung des Teleskops zu überzeugen. Ich wollte das recht gerne selbst thun, um so mehr als ich mich den vorigen Sommer bis auf einen gewissen Grad in die Mondsfläche einstudirt habe. Dies sind meine Vorschläge, aus denen du wenigstens meinen guten Willen sehen wirst. Den Erfolg muß man abwarten. Lebe recht wohl und laß bald von dir hören.

    Heute Abend wird Mahomet aufgeführt. Den Proben nach zu urtheilen wird es, im ganzen genommen, recht gut gehen und einzelnes ganz vorzüglich vorgetragen werden. Da das Stück so obligat und in sich selbst zusammengearbeitet ist, so entsteht eine Wirkung sui generis, der man nicht entrinnen kann, und ich sollte denken es müßte für die Menge imposant und rührend seyn, wenn sie gleich übrigens die Regungen, welche die neusten Theaterstücke hervorbringen, vermissen wird.

    Mir ist übrigens alles recht sowohl wie das Stück gefällt, als was übrigens daraus entsteht. Ich sehe es als einen Versuch an bey welchem Autor, Schauspieler und Publicum wenigstens manche gute Lehre gewinnen können.

    Nochmals ein Lebe wohl, danke dem Herrn Bergrath Voigt für Briefe und Buch, ich werde ihm nächstens das weitere schreiben.

    Weimar am 30. Jan. 1800.

G.

 

15/4187.

 

An Friedrich Christoph Perthes

 

[Concept.]

    Wenn man meinen kleinen Aufsatz über Laokoon übersetzen und als Zugabe zu dem Lessingischen Werk drucken will, so habe ich Ursache für die Ehre zu danken, die man mir dadurch erzeigt.

    Wollen Sie, werthgeschätzter Herr, mir die Übersetzung zusenden, so will ich sie recht gern durchgehen, um so mehr, da ich gegenwärtig im Stande bin dem Vortrag einige nähere Bestimmungen zu geben, die zu seinem Vortheil gereichen können.

    Ob ich einen Beytrag zu dem überflüssigen Almanach liefern kann hängt allein von Glück und Zufall ab, ich kann es daher nicht versprechen; doch wird es mir angenehm seyn etwas gefälliges leisten zu können.

    Sollten Sie Gelegenheit haben meinen Freund Jacobi zu grüßen, so thun Sie es auf das freundlichste.

    Der ich recht wohl zu leben wünsche und mich zu geneigtem Andenken empfehle.

    Weimar am 30. Jan. 1800.

 

15/4188.

 

An Nicolaus Friedrich Thouret

 

    Herr Professor Thouret wird hierdurch ersucht, auf den Talar des Mahomets am Pelzwerke her falsche goldne Spitzen setzen zu lassen von der Breite und Art wie ihm solches am besten deucht und dem Schneider deshalb die nöthige Anweisung zu geben.

    Weimar am 30. Jan. 1800.

G.

 

15/4189.

 

An Johann Gottfried Steinhäuser

 

               Ew. Hochedelgeb.

    gefällige Beantwortung meiner Anfragen erkenne mit gebührendem Danke, und füge zugleich die Bitte hinzu, daß Sie ein elastisches Hufeisen, dessen Ausführung Sie für möglich hatten, für meine Rechnung, möchten fertigen lassen. Es versteht sich daß ich diesen Versuch, auch wenn er nicht gelingen sollte, recht gern vergüte.

    Die Absicht die ich dabey habe konnte Ew. Hochedelgeb. nicht verborgen bleiben. Für denjenigen, der die Idee der Vertheilung, und des, ihr gewissermaßen entgegengesetzten, so wie aus ihr folgenden Zusammenstrebens gefaßt hat, wird es dieses Versuchs nicht bedürfen. Doch ist es in den physischen Dingen sehr gut wenn man alles mögliche zum Anschauen bringen kann, theils um derer willen die zuerst mit solchen Dingen bekannt werden sollen, theils um solcher willen die der Idee widerstreben und alles mit Händen greifen wollen.

    Vielleicht findet sich bey Bearbeitung des Hufeisens ein Weg jener gleichfalls gewünschten Magnetnadel näher zu kommen, deren Verfertigung freylich, aus bemerkten Gründen, kaum möglich seyn dürfte. Ich bescheide mich wohl daß ich, bey dem Gedanken dazu, die magnetische Kraft in abstracto, nicht aber von ihren physischen Bedingungen begleitet, im Auge hatte.

    Haben Sie wohl versucht, dem Serpentin oder andern Steinen, welche lebhaft auf die Magnetnadel wirken, Polarität zu geben und also das Humboldtische Gestein künstlich hervorzubringen? Ich könnte zu diesem Behuf mit einigen hübschen langen Stücken Topfstein (Lapis ollaris) dienen, welcher die Magnetnadel stark bewegt.

    Wollten Sie die Gefälligkeit haben mir ein Verzeichniß, nebst Preisen, derjenigen magnetischen Stücke zu übersenden, deren Sie in Ihrem ersten Briefe erwähnen, welche bey Ihnen vorräthig sind, und wovon Sie dem Liebhaber etwas abzulassen geneigt wären.

    Der ich recht wohl zu leben wünsche.

    Weimar d. 31. Jan. 1800.

J. W. v. Goethe.

 

15/4190.

 

An Friedrich Schiller

 

    Wollten Sie wohl die Güte haben mir eine Flasche von dem rothen Wein zu schicken, welchen Herr Zapf übersendet hat. Dabey bitte ich mich zu benachrichtigen ob ich heute Abend das Vergnügen haben werde Sie bey mir zu sehen, wie ich es wünsche.

    Weimar am 2. Febr. 1800.

G.

 

15/4191.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich muß Sie benachrichtigen, daß heute Abend die Lästerschule nicht gegeben wird, sondern ein anderes Stück, die Verschleyerte, das gerade nicht übel ist aber mich eben nicht ins Schauspielhaus lockt. Ich bin also zu Hause, wenn Sie mich besuchen mögen und kann diesen Abend mit etwas Schweinwildpret aufwarten.

    Weimar am 3. Febr. 1800.

G.

 

15/4192.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich wünschte zu erfahren wie Sie Ihren gestrigen Abend zugebracht haben und was Ihre Absichten wegen des heutigen sind? Entschließen Sie sich ins Theater zu gehen, so erwarte ich Sie nach demselben; wollen Sie sich aber auch dispensiren, wie ich wohl sehr natürlich fände, so sollen Sie mir zu jeder Stunde herzlich willkommen seyn.

    Weimar am 5. Febr. 1800.

G.

 

15/4193.

 

An Carl Ludwig von Knebel

 

    Du wirst so gut seyn Überbringern dieses das Teleskop mitzugeben. Es soll sogleich völlig hergestellt und gut placirt werden. Übrigens ist es gut daß es herkommt, denn Auch hatte die Intention selbst eins zu machen und diese Concurrenz würde beyden geschadet haben. Wir müssen nun erst sehen ob wir das deine verkaufen können.

    Lebe recht wohl, grüße Herrn Gerning. Nächstens mehr.

    Weimar am 6. Febr. 1800.

G.

 

15/4194.

 

An Friedrich Schiller

 

    Mögen Sie sich heute Abend wohl in dieser starken Kälte zu mir verfügen, so wünsche ich daß Sie um 6 Uhr kommen, damit wir den Macbeth hinauslesen.

    Um 7 Uhr, da der Mond aufgeht, sind Sie zu einer astronomischen Partie eingeladen, den Mond und den Saturn zu betrachten, denn es finden sich heute Abend drey Teleskope in meinem Hause.

    Sollten Sie aber die warme Stube vorziehen, so wird Ihnen Freund Meyer Gesellschaft leisten, der die Mondsberge so sehr wie die Schweizerberge, und die Gestirne so sehr als die Kälte mit einem herzlichen Künstlerhaß verfolgt.

    W. am 11. Febr. 1800.

G.

 

15/4195.

 

An Daniel Vanderstraß

 

[Concept.]

    Ihre Absicht, sich durch irgend eine Nebenarbeit die Mittel zu verschaffen, um Ihren Hauptzweck desto besser verfolgen zu können, ist löblich, nur werden Sie durch das Schauspiel, das ich Ihnen hiermit zurückschicke, Ihren Entzweck nicht erreichen. Schwerlich wird es weder auf der Bühne noch im Buchhandel Glück machen. Ein gutes Kunstwerk sieht sich so leicht an und mancher gute junge Mann wird dadurch verführt zu glauben daß es auch leicht zu verfertigen sey. Indessen wenn Sie nach diesem mißlungenen Versuch den festen Vorsatz fassen nie wieder dergleichen zu unternehmen; so haben Sie dadurch schon viel gewonnen indem Sie Zeit und Kräfte zu Ausbildung anderer Anlagen sparen die Ihnen die Natur nicht versagt zu haben scheint.

    W. Am 11. Febr. 1800.

 

15/4196.

 

An Friedrich Schiller

 

    Es ruckt nun die Zeit heran, daß wir die Rolle der Neubrunn in Wallenstein besetzen müssen, da sie Mad. Vohs, nach dem Theaterherkommen, nicht wohl zuzumuthen ist. Ich schlage daher Dem. Caspers vor, welche, nach dem was wir neulich von ihr gesehen haben, auch diese Rolle ganz gut geben wird, um so mehr da sie mit Dem. Jagemann in Verhältniß steht. Auch wird es gut seyn sie durch diesen kleinen Versuch in die rhythmische Sprache des Trauerspiels einzuführen.

    Heute Nachmittag hören Sie mehr von mir.

    Am 12. Febr. 1800.

G.

 

15/4197.

 

An Friedrich Schiller

 

    Mögen Sie heute Abend, nach geendigtem Schauspiel, sich zu mir verfügen, so sollen Sie, nach einer kalten Viertelstunde, einen deutlichern Begriff von den Mondshöhen und Tiefen mit hinwegnehmen, so wie es mich sehr freuen wird Sie nach einer so langen Pause wieder bey mir zu sehen.

    Weimar am 12. Febr. 1800.

G.

 

15/4198.

 

An Friedrich Schiller

 

    Mögen Sie uns heute Abend um 6 Uhr besuchen, so sollen Sie uns herzlich willkommen seyn.

    Ich wünschte daß Sie Meyers Wallenstein auf der jetzigen Stufe der Ausführung sähen. Indem man so ein Bild werden sieht so weiß man zuletzt eher was es ist.

    Auch wünschte ich den Schluß Ihres Macbeths zu vernehmen und durch freundschaftliche Mittheilung an Lebenslust zu gewinnen.

    Weimar am 14. Febr. 1800.

G.

 

15/4199.

 

An Franz Kirms

 

    Der Gedanke, daß Becker und Genast in »Gleiches mit Gleichem« die Rollen wechseln wollen, hat meinen Beifall.

    Wegen der Neubrunn ist es mir ganz recht, wenn auf eine oder die andere Weise Dem. Caspers dispensirt wird.

    Weimar am 14. Febr. 1800.

G.

 

15/4200.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ich freue mich sehr, daß die Aderlasse gut bekommen ist.

    Anbey schicke ich das englische Lexikon.

    Für das übrige will ich sorgen.

    Von den Piccolominis habe ich nichts bedeutendes gehört als was wir wissen, Zuschauer waren 422.

    Vielleicht besuche ich Sie gegen 6 Uhr. Nach 7 Uhr muß ich mich wieder entfernen.

    Weimar am 16. Febr. 1800.

G.

 

15/4201.

 

An Franz Kirms

 

    Da ich aus dem heutigen Zettel sehe, daß wir die zwölfte Vorstellung im Februar-Abonnement haben, so wünschte ich zu wissen, ob Ihre Absicht ist, die Oper auf künftigen Mittwoch Abonnement suspendu zu geben? –

    Ich finde es ganz zweckmäßig, daß man auf dem heutigen Zettel die beiden Namen angegeben und also das Publicum avertirt hat; doch darf künftig auf dem Zettel von »Axur« nicht mehr die Rede seyn. Ich werde mich über die Wiederherstellung des alten Titels »Tarare« ehestens öffentlich erklären.

    Weimar am 22. Febr. 1800.

G.

 

15/4202.

 

An Christian Gottlob Voigt

 

    Von unsern Schloßbausachen wie sie stehen und gehen wünsche ich Sie nächstens zu unterhalten.

    Weil ich Freytag Abend wiederholte Probe von Tarare haben muß, so haben Sie vielleicht des Morgens eine Stunde Zeit zu unserem Geschäft, sonst stehe ich auch nach Tische zu Befehl.

    Schillers Übel hat mir diese Tage viele Sorge gemacht, es scheint vorüberzugehen, doch fürchte ich daß es große Schwäche nachläßt.

    Leben Sie recht wohl mit den Ihrigen, indessen ich heute aus Pflicht auf die Redoute gehe, welches eine leidige Aufgabe ist.

    Weimar am 25. Febr. 1800.

G.

 

15/4203.

 

An Franz Kirms

 

               Ew. Wohlgeb.

    haben die Güte den in beyliegendem Blatte angezeigten Vorfall aufs genauste untersuchen zu lassen, wobey es denn hauptsächlich nicht sowohl auf die schmutzige Veranlassung und auf den Wortwechsel, sondern darauf ankommt, ob Herr Cordemann Dem. Matizek gestoßen habe.

    Weimar am 25. Febr. 1800.

G.

 

15/4204.

 

An August Wilhelm Schlegel

 

    Seit dem neuen Jahre habe ich vergebens gehofft Sie, und wäre es auch nur auf kurz Zeit, in Jena zu sehen. Auch den nächsten Monat komme ich schwerlich hier los. Ich nehme mir daher die Freyheit die Elegien zu überschicken, über die ich mich mit Ihnen gern noch mündlich unterhalten hätte.

    Es sind zwey Exemplare, in dem einen werden Sie die von uns angestrichenen Stellen, in dem andern die Correcturen finden die ich versucht habe. Vielleicht finden Sie Mittel die bisher refractairen Stellen zu zwingen. Sollte es nicht überall gehen; so wollen wir uns drein ergeben und der Zukunft etwas vorbehalten.

    Wenn wir uns wiedersehen habe ich manches mitzutheilen und ich bin überzeugt daß von Ihrer Seite ein Gleiches nicht fehlen wird.

    Leben Sie recht wohl und erneuern Sie mein Andenken in Ihrem Kreise.

    Weimar am 26. Febr. 1800.

Goethe.

 

15/4204a.

 

An die Hoftheater-Commission

 

    Meo Voto gäbe man noch zwey Redouten, eine den 14ten, die andre den 28ten März. Es ist eine Artigkeit gegen eine gewisse Classe der Abonnenten und wenn auch kein großer Vortheil zu hoffen ist; so läßt sich doch kein Verlust befürchten.

    Eod. [Weimar, 26. Februar 1800.]

G.

 

15/4205.

 

An Franz Kirms

 

    Da Herr Cordemann leugnet, so wären vorerst Dem. Matizek und sodann diejenigen Personen, welche sie als Zeugen angeben kann, zu vernehmen.

    Weimar am 27. Febr. 1800.Goethe.

 

15/4206.

 

An Franz Kirms

 

[März.]

    Es sey wie bei »Gustav Wasa« auch beim »Bayard« Herrn v. Kotzebue die Austheilung gänzlich überlassen.

G.

 

15/4207.

 

An Johann Friedrich Unger

 

    Sie erhalten hierbey, werthester Herr Unger, die Fortsetzung des Manuscripts wobey ich eine genaue Correctur des Abdrucks um so mehr empfehle als in dem Manuscript verschiedne Correcturen vorkommen die jedoch mehrerer Deutlichkeit willen mit rother Dinte eingeschrieben sind.

    Auch liegt der Abdruck des Kupfers wieder bey auf welchem der Zeichner mit wenigen Strichen seine Wünsche angedeutet hat, ich denke wenn es völlig zusammengearbeitet seyn wird, so soll es einen angenehmen Effect machen.

    Auf Ihr in Holz geschnittnes Blatt warte ich mit Verlangen.

    Herrn Zelter haben Sie die Güte gelegentlich für das Übersendete zu danken, ich werde ihm ehestens schreiben und auf seine vorgelegten Fragen antworten.

    Der ich recht wohl zu leben wünsche.

    Weimar am 3. März 1800.Goethe.

 

    Es versteht sich daß jede Elegie auf einer eignen Seite anfängt.

 

15/4208.

 

An August Wilhelm Schlegel

 

    Durch die Vorschläge zur Verbesserung meiner Elegieen haben Sie mir eine besondere Gefälligkeit erzeigt. Ich habe sie meistens eingeschaltet und nun folgt mit meinem Dank freylich auch die zweyte Sammlung. Sogar die Epigramme werden nachkommen, welche Ihrer Theilnahme vielleicht am meisten bedürfen.

    Meine gegenwärtige Lage ist so unpoetisch als unkritisch und es sind mir daher bey diesem Geschäft, dem ich nicht ausweichen kann, die freundschaftlichen Winke um desto schätzbarer.

    Mit Verlangen erwarte ich was Sie und Ihre Geistesverwandten uns neues zubereiten. Grüßen Sie alle.

    Den guten Tieck bedaure ich sehr. Ich habe diese Zeit her manchmal an ihn gedacht und beklagt, daß ein so schönes Talent, in seiner Blüthe, solche Hindernisse freyer und fröhlicher Kraftausübung erfahren soll.

    Haben Sie doch die Güte Herrn Professor Schelling zu sagen: daß der Van Cower bey mir liegt. Unter den Karten findet sich nichts das auf Abweichung der Magnetnadel Bezug hätte. Das Werk selbst konnte ich nicht durchlaufen und habe es bis jetzt nicht geschickt, weil es drey große Quartbände sind.

    Vielleicht kann mir Herr Schelling bezeichnen welcher von diesen Bänden ihm interessant ist, sonst kann ich sie auf Verlangen alle drey senden.

    Leben Sie recht wohl und erhalten mir ein geneigtes Andenken, so wie ich immer an dem was Sie leisten, so wie an dem was Ihnen begegnet einen lebhaften Antheil nehme.

    Weimar am 5. März 1800.Goethe.

 

15/4209.

 

An die Hoftheater-Commission

 

    Da ich Bedenken trage die Acten in diesem Falle zu communiciren, indem dadurch nur unangenehme Weiterungen zu entstehen pflegen, so habe ich beyliegende Verordnung verfaßt, wodurch wir auch zu unserm Zwecke gelangen werden.

    Daß Herr Cordemann der Dem. Matizek einen Stoß versetzt habe, ist durch die Aussage zweyer Zeugen hinlänglich dargethan, fährt er fort zu läugnen, so läßt man die Zeugen ihre Aussagen an Eidesstatt durch Handgelöbniß bekräftigen und dictirt ihm sodann die verdiente Strafe. Mehr Umstände möchte es bey einer Injurien- und Disciplinsache nicht bedürfen.

    Weimar am 7. Mrz 1800.

G.

 

15/4210.

 

An Friedrich Cordemann

 

[Concept.]

    Nachdem sowohl Dem. Matizek als zwey Zeugen, bey ihrer Vernehmung, ausgesagt: daß der Schauspieler Herr Cordemann ersterer, am 24. Febr. in der Theaterstube, einen Stoß versetzt; so wird derselbe hierdurch veranlaßt seine schriftliche Erklärung hierüber fördersamst bey Fürstl. Commission dergestalt einzugeben, daß man weiterer Vorkehrungen, die Wahrheit zu bestätigen, nicht nöthig haben möge.

    Weimar am 7. Mrz 1800.

Fürstlich Sächsische

zum Theater verordnete Commission.

 

15/4211.

 

An Johann Gottfried Steinhäuser

 

               Ew. Hochedelgeboren

    haben mir, durch die baldige Übersendung eines elastischen Hufeisens, ein besonderes Vergnügen gemacht; denn es ist immer eine angenehme Empfindung eine Idee, die man gefaßt hat, einigermaßen realisirt zu sehen.

    Wenn ein armirter Magnet, oder ein gewöhnliches Hufeisen, durch den unten quer vorgelegten Stab, als in sich selbst abgeschlossen anzusehen ist, wenn man diesen Apparat nunmehr als einen physischen Ring betrachten kann, welcher, verhältnißmäßig, nur durch starke Kraft zerrissen wird, so sollten die Enden der beyden Schenkel des elastischen Hufeisens weniger tragen, wenn man sie zusammendrückt, als wenn sie offen stehn. Denn in jenem Fall wird der physisch verlangte Ring schon mechanisch geschlossen und das Streben der beyden Pole gegeneinander, durch welches der vorgelegte kleine eiserne Stab, als ein Vermittler, so fest mit beyden verbunden wird, ist, durch die Operation des Zusammendrückens, schon bis auf einen gewissen Grad befriedigt.

    Solches Resultat geben auch die flüchtigen Versuche, die ich bisher anstellen konnte. Das zusammengedruckte Hufeisen trägt nicht die Hälfte dessen, was es aufgesperrt tragen kann. Der Bezug beyder Pole auf sich selbst ist befriedigt, nur dauert die Wirkung nach außen, wie bey anderen magnetischen Erscheinungen geschieht, auch noch in diesem Falle fort.

    Vielleicht hätten Sie nunmehr die Gefälligkeit, ein größeres dergleichen Hufeisen fertigen zu lassen?

    Wenn man es auch nur so weit brächte, daß die beyden Pole, indem man sie an einander druckt, sich festhielten! Welches doch in so fern möglich scheint, als die magnetische Kraft sich beym Contact am stärksten äußerst.

    Wollten Sie mir indessen sechs Stäbe, mit einander verbunden, daß sie die Stelle eines großen Hufeisens vertreten und sich auch einzeln als Stäbe gebrauchen lassen, zusammen vier Pfund schwer, übersenden. Ich würde den Betrag dafür sogleich entrichten, wie ich hier die 2 Thlr. für das elastische Hufeisen beylege.

    Ihre Abhandlungen über die Fossilien, die einer dauerhaften magnetischen Kraft fähig sind, habe ich zu meiner Belehrung wiederholt gelesen. Ich bitte mir die Erlaubniß aus, auch künftighin über diese Materie mir bey Ihnen Raths zu erholen.

    Der ich recht wohl zu leben wünsche und Ew. Hochedelgeboren meiner besondern Hochachtung versichre.

    Weimar, am 10. März 1800.J. W. v. Goethe.

 

15/4212.

 

An Carl Ludwig von Knebel

 

    Da ich, von der Eisenach. Kammer, das für dich bestimmte Osterquartal schon erhalte; so will ich ein Paar Worte schreiben und das Packet siegeln um es bald möglichst abschicken zu können.

    Ich habe dein Teleskop, sobald es ankam, in meinem Gartenhause aufgestellt, mich mit ihm bekannt gemacht, so daß ich es recht gut handhaben kann und sowohl am Himmel als auf der Erde verschiedene Gegenstände zum Versuch betrachtet. Es hat große Vorzüge, doch habe ich bis jetzt das Ultimum von Klarheit, was man doch eigentlich fordert, nicht erreichen können. Unser Auch giebt verschiedene Ursachen an, wovon nunmehr eine nach der andern untersucht werden soll. Ich habe deshalb eine Fracturschrift an Goullons Hause befestigen lassen, um einen festen Gegenstand zu haben, an dem man die Versuche anstellen kann. Der Mond soll gleichfalls, sobald die Kälte nur ein wenig nachläßt, wieder betrachtet werden.

    Mit den Planeten hat es noch nicht glücken wollen, sie erscheinen als farbige Flämmchen und beym Saturn ahndet man kaum daß er sich oval zeigt; doch auch dieses Hinderniß muß gehoben werden, sobald das Teleskop nur wieder zusammengefügt ist.

    Das Gestell ist schon wieder aus des Tischers Händen zurück, so wie die Röhre. Jenes war an verschiednen Theilen wacklicht worden, und beyde mußten wieder gebeizt und abgerieben, auch einiges zerbrochne Nebenwerk angeleimt werden; jetzt sehen sie wieder ganz stattlich aus.

    Eisen und Messingwerk ist auch geputzt, sobald die Kälte ein wenig nachläßt, wird alles wieder angeschraubt und zurechte gestellt.

    Eine Anzeige des Werks und Feilbietung desselben soll in verschiednen Blättern und Zeitschriften erscheinen. Ich habe schon verschiedne Anschläge gemacht es hier zu behalten und dir früher zu deinem Gelde zu verhelfen; ich weiß aber nicht ob einer gelingen wird.

    Die Hauptsache ist jetzt, daß wir den Effect der Maschine auf den höchsten Grad treiben, denn das ists was der Kenner fordert und was den Liebhaber anzieht.

    Mehr sage ich heute nicht und ich müßte auch nicht viel zu sagen, denn ich habe diese Zeit her mehr geschäftig als productiv zugebracht.

    Im Wissenschaftlichen sind einige artige Schritte geschehen. Von der Naturgeschichte war Botanik, von der Physik war der Magnet an der Reihe. Lebe recht wohl. Wir haben euch manchmal um eure Schlittenbahn beneidet.

    Weimar am 12. Mrz 1800.

G.

 

15/4213.

 

An Christian Gottlob Voigt

 

    Beyliegenden Brief erhalte ich von Fichten, wahrscheinlich ist ein ähnlicher bey Ihnen eingelaufen. Daß doch einem sonst so vorzüglichen Menschen immer etwas fratzenhaftes in seinem Betragen ankleben muß. Ich denke ihm heute zu antworten: daß es mir ganz angenehm seyn soll ihn bey seiner Anherkunft zu sehen. Übrigens halte ich es unverfänglich, daß man ihm den Titel als Professor gebe; doch habe ich mir vorher Ihr gefälliges Sentiment in dieser Sache erbitten wollen, damit man bis zum Schluß hierin einstimmig handle.

    Weimar am 12. Mrz 1800.

G.

 

15/4214.

 

An die Hoftheater-Commission

 

    Der Schauspieler Cordemann hat zu seiner Verantwortung in der bewußten Sache ein Promemoria eingereicht, welches weder dem Inhalt, noch der Form, noch dem Styl nach zulässig ist.

    Was das erste betrifft so verlangt er wiederholt die Communication des Berichtes, welchen Becker, als Wöchner, erstattet hat und welchen Commissio niemanden zu communiciren verbunden ist, wenn sie schon darauf die Untersuchung gründet.

    Zweytens ist jede schuldige Courtoisie weggelassen.

    Drittens ist der Styl im Ganzen anmaßlich und brutal.

    Ich stimme daher darauf daß man Cordemannen das Promemoria in Originali zurückgebe und beyliegende Copie bey den Acten behalte, indessen könnte man Herrn Malkolmi auf dieselbe Weise wie Dem. Malkolmi und Herrn Haide vernehmen.

    Weimar am 12. Mrz 1800.

s. m. G.

 

15/4215.

 

An August Wilhelm Schlegel

 

    Auch die Epigramme folgen hier zu gefälliger Durchsicht. Wie sehr hätte ich gewünscht diese Revision mit Ihnen in Jena machen zu können, da die Deliberation in einem solchen Falle so instructiv ist.

    Sie finden ein einziges neues Epigramm und ich habe sie überhaupt nicht numerirt, weil Sie vielleicht eins oder das andere heraus votiren wenn es gar zu refractair seyn sollte. Wie z.B. das mit dem doppelten Überall.

    Die Weissagungen des Bakis sollten eigentlich zahlreicher seyn damit selbst die Masse verwirrt machte. Aber der gute Humor, der zu solchen Thorheiten gehört, ist leider nicht immer bey der Hand.

    Auch lege ich die Metamorphose der Pflanzen bey die denn leider sehr isolirt stehen wird.

    Leben Sie recht wohl und verzeihen.

    Weimar am 20. März 1800.

G.

 

15/4216.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ihrem Rath zu Folge habe ich noch einen Herbst zusammen gestoppelt und schicke hier die vier Jahreszeiten, zu gefälliger Durchsicht. Vielleicht fällt Ihnen etwas ein, das dem Ganzen wohlthut, denn was mich betrifft so finde ich mich in gar keiner poetischen Jahrszeit.

    Leider werde ich mich einige Tage zu Hause halten müssen, denn der Doctor dringt auf eine Cur, der ich schon eine ganze Weile ausgewichen bin. Es wäre recht schön wenn Sie nun wieder so weit wären, daß Sie mich besuchen könnten. Leben Sie indessen recht wohl.

    Am 22. Mrz 1800.

G.

 

15/4217.

 

An Friedrich Schiller

 

    Da ich mich einmal entschlossen habe krank zu seyn, so übt auch der Medicus, dem ich so lange zu entgehen gesucht habe, sein despotisches Recht aus. Wie sehr wünschte ich daß Sie wieder zu den Gesunden gehörten, damit ich mich bald Ihres Besuchs zu erfreuen hätte.

    Ich brauche diese schlechte Zeit um die Pflanzensammlung in Ordnung zu bringen, von der ich hoffen kann daß sie Ihnen Freude machen wird. Je mehr das Einzelne verwirrt, desto angenehmer ists wenn unser Bestreben, die Gegenstände in einem gewissen Zusammenhange zu sehen, einigermaßen gefördert wird.

    Ich lege Ihnen den Ausfall auf das weimarische Theater mit bey. Richtigkeit und Anmaßung kann sich wohl nicht besser bezeichnen.

    Leben Sie recht wohl, und lassen mich wissen wie Sie sich befinden.

    Am 23. Mrz 1800.

G.

 

15/4218.

 

An Friedrich Schiller

 

    Ihre gestrige Gegenwart war mir so erfreulich als unerwartet. Ist Ihnen der Ausgang nicht übel bekommen, so wird es mir sehr angenehm seyn, wenn Sie mich heute wieder besuchen möchten.

    Anbey sende ich die Theaterreden, womit ich den Band meiner Gedichte zu schließen gedenke. Sie sind freylich ein bischen mager, indessen mögen sie so hingehen.

    Vielleicht entschließe ich mich noch eine zu machen zum Schluß der diesjährigen Wintervorstellungen, vielleicht wär das die schicklichste Art, wie man die Oppositionspartey mit einem heitern Ernst chikaniren könnte, wovon mündlich mehr.

    Grüßen Sie Ihre liebe Frau und ersuchen sie heute Abend wo möglich in die Comödie zu gehen, weil ich eine unparteyische Vergleichung der beyden Vorstellungen von ihr zu vernehmen wünschte.

    Am 24. März 1800.

G.

 

15/4219.

 

An Friedrich Schiller